TS

Dichtungen aus dem Jahre 1837

„Will Melodien dir singen,
Muß Wind und Woge springen,
Hochauf will Tanz ich schlagen.
Muß Wind und Woge klagen!“

Faßt’ einen Weidbaum mit der Hand,
Schlang drum grünblau ein Liebesband,
Begann ihn seltsam anzusehn,

Hieß ihn behutsam seitwärts gehn.

„Nun leih’ mir deine Schwingen,
Tief Meer hinabzuklingen,

Hast Mutter nicht empfunden,
Wie Sohn gar schön umwunden?“

So trieb sie’s nächtig hin und her,
Schmückt jede Weid’ am grünen Meer,
Schwingt dann sich stolz hinab, hinauf,
Hat nun vollbracht den Zauberlauf.

Zwei Lieder an Jenny
Gesucht
Lied
Macht’ auf mich, ließ nicht länger binden;

„Wo willst du hin?“ „„’Ne Welt zu finden!“ “
„Gibts hier nicht schwanke Fluren viel,
Hier unten Wogen. droben Sternenspiel?“
„ „Glaub’ Tor, nicht jenseits führt mein Wallen,
Ob schlagen Fels, ob Äther hallen,

Sie binden stumm den kranken Fuß,

Zur Fessel wird ihr Liebeegruß.

„ „Die Welt soll aus mir selbst entsteigen,
Zu meiner Brust, aus ihr sich neigen,
Ihr Flutensprung mein Lebensstrom,
Mein Seelenhauch ihr Ätherdom.“ *

Wohl wallt’ ich fern, wohl kehrt” ich wieder,
Wohl trug ich Welten auf und nieder,
Wohl sprangen Stern’ und Sonne drein,
Da zuckte Blitz. sie sanken ein.