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Dichtungen aus dem Jahre 1837

Dein Untersinken

Ist unendliches Aufgehn,
Dein unendliches Aufgehn,
Ist mit bebenden Lippen,
Vom Äther geröteter.
Flammender, ewiger
Liebkuß der Gottheit.

VY

Nachtgedanken
Dithyrambe
Seh’ da oben die Wolke ziehn,
Adlerfittig braust um die Flanken,
Sturmwärts rauscht sie, daß Funken sprühn,
Rollt von Morgen her Nachtgedanken.,

Aufblitzt Gedanken, riesenschwer,
Stößt Fluchschwindel an Ätherbogen,

Blut springt das Auge, schreckenhehr,
Himmelsgebälk umspeien die Wogen.,
Still um das Schläfenpaar, ruhegroß,
Gürtet Äther Fackelbrande,
Rüstung prallt, Urdunkel im Schoß,
Stürzt, heult Wolke Wehschrei zum Lande.

Des Verzweiflenden Gebet

„Hat ein Gott mir alles hingerissen,
Fortgewälzt in Schicksalsfluch und Joch,

Seine Welten — alles — alles missen!
Eins blieb. die Rache hlieb mir doch!

„An mir selber will ich stolz mich rächen,
An dem Wesen, das da oben thront,

Meine Kraft sei Flickwerk nur von Schwächen,
Und mein Gutes selbst sei unbelohnt!

„Einen Thron will ich mir auferbauen,
Kalt und riesig soll sein Gipfel sein,

Bollwerk sei ihm übermenschlich Grauen,
Und sein Marschall sei die düst’re Pein!