Gedichte

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„Wer hinaufschaut mit gesundem Auge,
Kehre totenbleich und stumm zurück,

Angepackt von blindem Todeshauche,
Grabe selbst die Grube sich sein Glück

„Und des Höchsten Blitze sollen prallen
Von dem hohen, eisernen Gebäu,
Bricht er meine Mauern, meine Hallen,

Trotizend baut die Ewirkeit sie neu.“

Drei Lichtlein

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Drei fromme Lichtlein flackern fern,

Sie glühn zusamm’n, wie Augenstern,

Wohl braust der Sturm, wohl rauscht der Wind,
Die Lichtlein nie verloschen sind.

Das eine süß nach oben strebt,

Bis Funke licht zum Himmel bebt,
Sein Äuglein blinkt so gar vertraut:
Als hätt’s Allvater selbst geschaut.

Das andre schaut zu Erdenhalln,

Lauscht weit, wie Siegesklänge schalln,
Dann kehrt’s sich nach den Schwestern um.
Scheint gar begeistert ahnungsstumm.
Das letzte Lichtlein golden winkt,
Die Flamme strömt, das Ganze sinkt,
Es tauchen ihm ins Herz die Welln,
Zum Blütenbaum emvorzuschwelln.
Dann flackern wohl drei Lichtlein fern,

Empor aus Wechsel Augenstern,

Dann braust der Sturm, dann rauscht der Wind.
Zwei Seel’n in einer glücklich sind.

Mondmann

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Siehst angehaucht von Sternenglanz,
Wallt’s bebend auf und nieder,

Da schlägt der Mondmann seinen Tanz,
Da schüttelt er die Glieder.
Leis tränend blinkt der Himmelstau,
Im Lockenhaar verschlungen,

Dann tröpfelt’s nieder auf die Au,
Bis Blüten draus geklungen.