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Dichtungen aus dem Jahre 1837
Das perlt nun dort, das sprießt nun fort,
In bleich und gold’nen Flöckchen,
Das kündet wohl dem Erdenort
Den Schmerz aus Blumenglöckchen.
Denn ob der Mondmann freundlich winkt,
Birgt tief doch Wehmutssehnen,

Er mögt’ zum Strahl, der niedersinkt,
Ans Sonnenherz sich lehnen.

Schon harrt er viele Jahre lang,
Lauscht fern, wie Sphären steigen,

Das schwillt die Brust so liederbang,
Das taut in Blumenreigen.
So kleidt’ sein Schmerz den Erdenhain,
Bis rings die Fluren klingen,

Dann fesselt wohl süßeig’ner Schein,
Er rauscht versöhnt die Schwingen.

Lucinde
Ballade

Freudig wogten rings die Reihen,
Leben schien mit Lust vermählt,

Und dem Glücke sich zu weihen,
Hielt sich jeder auserwählt.
Höher blitzt das Rot der Wangen,
Rascher flieht des Herzens Lauf,
Und ein sehnendes Verlangen,
Trägt zu Himmeln kühn hinauf.
Bruderkuß und Herzenseinung
Schließet alle in den Kreis,

Nicht mehr trennen Stand und Meinung,
Liebe herrscht und ihr Geheiß.

Doch, ’s ist nur ein nichtig Träumen,
Das das warme Herz umfängt,

Das aus Staub und Erdenräumen
Sich zum Äther wogend drängt.
Götter können nimmer schauen,
Daß der Ird’sche sich vergißt,
Daß er selig im Vertrauen
Himmel mit dem Erdengeist durchmißt.