Dichtungen aus dem Jahre 1837

„Denn es ist, als wär’ ich hier geboren,
Hier mein heimatliches Land,

Ach! es steht vom milden Süd’ erkoren,
Ist den Gluten zugewandt.

„ „Hier erklingen meine Lieder freier,
Schwillet höher meine Brust,

Tönt das süße Spiel der gold’nen Leier
Wie von selbst in Wehmutslust.

„ „Und’ ich kenne nicht den hohen Meister,
Der ans Herz gewaltig schlägt,

Kenne nicht die zarten Himmelsgeister,
Die das Schloß im Schoße trägt.

„ „Und vergeblich ist mein heißes Sehnen,
Nimmer öffnet sich die Pforte hold,

An die Pfeiler muß ich trostlos lehnen,
Muß hier singen Minnesold!“ *

Und sie schüttelt ihre schwarzen Locken,
Strömt sich aus in Tränenflut,

Und die andre küßt die Wange trocken,
Preßt sie heiß an Busens Glut!

‚Mich ziehen auch geheime Bande
Zu diesem heil’gen Göttersitz,

[ch sucht’ ihn wallend durch die Lande,
Und fernher schlu@’s in mich. wie Blitz.

‚Doch sollen bange Tränen fließen,
Wofür der heiße Wehmutstau,

Wir dürfen ja das Bild genießen,
Und hüpfen auf der Blumenau!

„Der Busen darf uns voller glühen,
Die Wehmut darf uns süßer nahn,

Die Blicke dürfen heller sprühen,
Bald ist das Schönste hier getan!

„Drum laß’ uns eine Hütte zielen,
Drin klinge unser Weihgesang,

Die mag der süße West umspielen,
Geheimnisvoll im Geisterdrang!“

Sie weilten hier noch lange Tage,
Und Abends klingt ihr Saitenspiel,

Das lockt mit holder Wehmutsklage,
Der Vögelein und Blüten viel.