Dichtungen aus dem Jahre 1837

J
Worte lehr’ ich, gemischt in dämonisch verwirrtem Getriebe,
Jeder denke sich dann, was ihm zu denken beliebt.
Wenigstens ist er nimmer geengt durch fesselnde Schranken,
Denn wie aus brausender Flut, stürzend vom ragenden Fels,
Sich der Dichter ersinnt der Geliebten Wort und Gedanken,
Und was er sinnet, erkennt, und was er fühlet, ersinnt,
Kann ein jeder sich saugen der Weisheit labenden Nektar,
Alles sag” ich euch ja, weil ich ein Nichts euch gesagt!“

Kant und Fichte gern zum Äther schweifen,
Suchten dort ein fernes Land,

Joch ich such’ nur tüchtig zu begreifen,
Was ich — auf der Straße fand!

Verzeiht uns Epigrammendingen,

Wenn wir fatale Weisen singen,

Wir haben uns nach Hegel einstudiert,

Auf sein’ Ästhetik noch nicht
abgeführt..

11
Hatten die Deutschen sich einmal aufgemacht,
Es gar bis zum Völkersiege gebracht,
Und als das nun vorübergewesen,
Da konnt’ man an allen Ecken lesen:
„Es seien gar wunderbar Dinge geschehn,
Man werde bald auf drei Beinen gehn.“
Das tät nun alle gewaltig grämen,
Begannen sich vor sich selber zu schämen,
„Sei doch zu vieles auf einmal geschehn,
Man müsse nun wieder hübsch stille gehn,
Das andre könnt’ man in Bücher binden,
Und Käufer würden wohl leicht sich finden.“

IV
Zieht ihnen die Sterne selbst herunter,

Bald glühn sie zu bleich, bald zu munter;
Die Sonne brennt bald das Aug’ zu sehr,
Bald kömmt sie zu weit aus der Ferne her.