Dichtungen aus dem Jahre 1837

Goethe sei für Frauen ein Grauen,
Denn er passe nicht grad’ für alte Frauen,
Er habe ja nur die Natur ergriffen,
Sie nicht mit Moral zurechtgeschliffen,
Hätt’ Luthers Katechete sollen studieren,
Daraus dann Verse fabrizieren.
Zwar das Schöne hat er manchmal gedacht,
Doch vergaß er zu sagen: „Gott hab’ es gemacht.“

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Gar absonderlich Trachten,
Den Goethe so hoch zu achten,
Wie nieder war doch sein ganzes Streben,
Hat er zu Predigten Text je gegeben?
Zeigt nur in ihm was von festen Kernen,
Woraus für Bauer und Schulmann zu lernen, !
So fehlt ihm des Genius Götterstempel,
Er löste nicht einmal — ein Rechenexempel.

A.
Hört nun, wie das Ganze vom Faust entsprungen,

Der Dichter hat falsch es vorgesungen.

Der Faust, der hatte der Schulden zu viel,
War liederlich, trieb das Hazardspiel,

Und wie er keine Hülfe von oben gesehn,

Da wollt’ er schmählich zu Grunde gehn,
Darum ihn nun ängstlich Gefühl überkam.
Von Hölle und Verzweiflungsgram.

Da dacht’ er über Leben und Sterben,

An Wissen und Tun und Verderben,

Und sprach gar vieles darüber hin
In dunkelmystischem Sinn.

Konnt’ das nun nicht der Dichter zieren,

Erzählen, wie Schulden zum Teufel führen,
Wie, wer sich um den Kredit gebracht,
Gar leicht sein Seelenheil vermacht?

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Der Faust, der wagt am Östertag zu denken,

So braucht er sich nicht erst dem Teufel zu schenken, !
Wer an solchen Tagen zu denken wagt,
Der ist von selbst der Hölle versagt.

Auch ist die Wahrscheinlichkeit ganz verletzt,
Durft ihn die Polizei sonst dulden?

Hätt’ sie ihn nicht ins Gefängnis gesetzt?
Er flog ja fort und bezahlt nicht die Schulden!

hf