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Dichtungen aus dem Jahre 1837
Es ähnelt wohl dem Zitherklang,
Gespielt auf einer ew’gen Leier,
In stetem Glühen, steter Feier,
In hohem, sehnsuchtsvollem Drang,
O0! horch den Saiten, die in dir erschallen,
Zu suchen wird dein Fuß nicht weiter wallen.

Die Zerrissne

Ballade

Sie steht im Prachtgewande,
Vom Purpurkleid geziert,
[m zarten Atlasbande,
Das sich im Busen verliert.

Und spielend in den Locken
Ein Rosenkranz ihr ruht,

Die einen, gleich Schnee’sflocken,
Die andern, wie Feuer und Blut

Doch nimmer der Rose Flammen,
In ihrem Antlitz spielt,
Sie sinket gebeugt zusammen,
Wie ein Wild. das der Pfeil erzielt.

Sie blickt so bleich und so bebend,
Im vollen Demantenschein,
Das Blut, von der Wange strebend,

Es schlägt ins Herz hinein.

„Schon wieder mußt’ ich eilen.
Zu stürzen in leere Lust,
Die Schritte schwebend teilen.
Genpreßt in tiefer Brust.

„Mir schlägt ein ander Verlangen,
Durch der Seele wogend Meer,
Als mich an Pracht zu hangen,
So kalt, so liebeleer.
„Ich weiß mir’s nicht zu erklären,
Was in dem Busen brennt,
Der Himmel kann’s nur gewähren.

Kein irdischer Laut es nennt.