Dichtungen aus dem Jahre 1837
Und ihr schwindelt nicht vor Stegen,
Wo der Gottgedanke geht,

Wagt ihn an der Brust zu pflegen,
Eig’ne Größe ist ihr Hochgebet.

Muß sie in sich selbst verzehren,

In der eig’nen Größe untergehn,
Dann tönt’s, wo Vulkanen gären,

Und Dämonen weinend um sie stehn.

Trotzend will sie unterliegen,

Einen Thron erbaun für Riesenhohn,
Und ihr Fallen selbst ist Siegen,

Und ihr stolz Verschmähen Heldenlohn.

Doch wenn Wechselglut sich bindet,
Wenn zwei Seelen ineinander wehn,
Eine leis der andern kündet,
Nicht so einsam mehr durch’s All zu gehn,
Hört man’s laut durch Welten tönen,
Mild wie voller Äolsharfenklang,

Hoch im Strahl des Ewigschönen .
Glühn zusammen Wunsch und Seelendrang,
Jenny! Darf ich kühn es sagen,

Daß die Seelen liebend wir getauscht,
Daß in eins sie glühend schlagen,

Daß ein Strom durch ihre Wellen rauscht,

Dann werf” ich den Handschuh höhnend
Einer Welt ins breite Angesicht,

Und die Riesenzwergin stürze stöhnend,
Meine Glut erdrückt ihr Trümmer nicht,

Götterähnlich darf ich wandeln,

Siegreich ziehn durch ihr Ruinenreich,
Jedes Wort ist Glut und Handeln,

Meine Brust dem Schöpferbusen gleich,

Spaziergang
„Was blickst du hin zur FE. elsenwand,
Was murmelt deine Lippe?“
„ „Die Sonne schimmert Abendbrand,
Küßt scheidend noch die Klippe.“ “