Gedichte
Niederbebten rings die Räume,
Doch zum Riesenheld emporgeschwolln,
In dem Blicke mächtig hehre Feier,
Weltgroß war mir Sturmesleier,
Höher schlug im Donnersang mein Herz,
Sonnen seine Liebe, Fels sein Schmerz,
Stolzdemütig sänk’ ich nieder,
Stolzvermessen rauscht’ ich an die Brust.

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Lied eines Schiffers auf der See
„Ihr möget spielen, ihr möget schlagen,
Und hüpfen um meinen Kahn,
Ihr müßt ihn zum Ziele tragen,
Ihr seid mir untertan!

„Da unten ihr blauen Wogen,
Da ruht mein Bruder klein,
Ihr habt ihn hinabgezogen,
Und zehrt nun sein Gebein.

„Ich selber war noch ein Knabe.
Verwegen löst er das Schiff,

Greift nach dem Ruderstabe,
Und sank vom sandigen Riff.

‚Da schwur ich tief im Herzen,
Bei den Wellen blau und naß,
An euch zu rächen die Schmerzen,
Euch zu Dpeitschen ohn’ Unterlaß.
„Und treulich hab’ ich gehalten
Der Seele Schwur und Wort,
[ch geißle euch stets, ihr Kalten,
Bin selten am trockenen Ort.

„So oft die Tiefe erbrauset,

Die Glocke zittert vom Turm,
Und dumpf Orkan ersauset,

Und es rast in Wut der Sturm.

„Dann treibt’s mich weg vom Bette,
Von meinem sichern Sitz,

Von der still und warmen Stätte,
Zu segeln in Sturm und Blitz.
„Und ich kämpfe mit Wind und Wellen,
Und bete zu Gott, dem Herrn,

Und laß die Segel schwellen,
Und halt’ mich an sichern Stern.