%6 Dichtungen aus dem Jahre 1837
Da ergreift es sie graus,
Wie Eisesbeben,

Sie stürmt entsetzt hinaus,
Von Dunkel umgeben.

Sie ringt die Lilienhand,
Und bricht in Tränen:
„So ist die Brust entbrannt,
YT]nd das Herz voll Sehnen!

„So ist der Himmel geraubt,
So bin ich verloren,

Der Geist, der an Gott geglaubt,
Ist der Hölle erkoren.

„Doch ach! er war so groß,
So gottgestaltig,

Das Auge so bodenlos,
So tief und gewaltig,

„Und hat mich nicht gesehn,
Keinen Blick mir gespendet,

Und läßt mich trostlos vergehn,
Bis die Seele endet.

„’Ne andre umschlingt sein Arm,
Und darf ihn pressen,

Und ahnt nicht meinen Harm,
Sa unermessen.

„Wie gern gäb’ ich Seelenheil,
Und all mein Hoffen,

Würd’ mir sein Blick zu Teil,
Wär’ sein Herz mir offen!

„Wie kalt muß der Himmel sein,
Den er nicht durchsprühet,

Ein Land voll Leid und Pein,
Und schmerzdurchglühet.

„Hier rauschet Welle und Flut.
Die mögen kühlen,

Des Herzens rasende Glut,
Und des Busens Fühlen.“

Und sie wirft sich mit Macht
In die sprudelnden Wogen,

Und in düstere, kalte Nacht
Wird sie fortgzezogen.