Gedichte

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Und das Herz, das so heiß empfand,
Darf nicht weiter pochen,

Und der Blick, ein Glutenland,
{Ist stumm und gebrochen.

Und die Lippe, so süß und mild,
Ist entfärbt und gebleichet,

Und ihr schlankes Ätherbild,
Im Nichts entweichet.

Und es fällt kein wundes Laub
Von den Zweigen nieder,

Die Erde, der Himmel sind taub,
Frwecken nicht wieder.
Und die Welle rauscht ruhig fort,
Durch Tal und Klippen,

\m harten, felsigen Ort
Zerschmettern die Rippen.

Und den Ritter, hehr und groß,
’Ne Buhle umschlinget,

Und von Glück und Liebeslos
Die Zither klinget!

Spielmann
Spielmann streicht die Geigen,

Die lichtbraun Haare neigen,
Trägt einen Säbel an der Seit’,
Trägt ein zerrissen gefaltet Kleid,
„Spielmann, Spielmann, was streichst du so sehr,
Spielmann, was blickst du so wild umher,
Was kreist sich das Blut, was springen die Wogen,
Zerreißt dir ja deinen Bogen.“
„ „Was geig’ ich Mensch! was brausen Wellen,
Daß donnernd sie am Fels zerschellen,

Daß’s Auge erblind’t, daß der Busen springt,

Daß die Seele hinab zur Hölle klingt!“ *

„Spielmann, zerreibst dir’s Herz mit Spott,
Die Kunst, die lieh dir ein lichter Gott,
Sollst ziehn, sollst sprühn auf Klangeswellen,
Zum Sternentanz hinanzuschwellen!‘“