Oulanem

An

Vermess’ner Fluch in zwanggebannter Seele!

Vernichtung jauchzt der Blick in gift’gen Strahlen,

Wälzt er die plumben Welten fort, die binden?

Gebunden, ewig, bang, zersplittert, leer,

Gebunden an dem Marmorklotz des Seins,

Gebunden, ewig angebunden, ewig!

Die Welten fassen’s und sie roll’n dahin,

Und heulen ihren eig’nen Totensang,

Und wir, wir Affen eines kalten Gottes,

Wir hegen noch die Natter üppig warm,

Mit toller Müh’ an voller Liebesbrust,

Daß sie zur Allgestalt hinauf sich dehnt,

Von ihrem Gipfel aus uns anzugrinzen!

Und ewig braust die überdrüss’ge Welle,

Den Ekel zu erschöpfen, in das Ohr!

Jetzt schnell — das Los geworfen — alles fertig,

Zerstört, was Lügendichtung nur ersann,

Mit Fluch vollendet, was der Fluch begann!
{setzt sich an den Tisch, schreibt.)

Vierte Szene.
Haus des Alwanders; im Anfang vor dem Hause.
Luecindo, Pertini
Lucindo. Was soll ich hier?

Pertini. Ein zart Stück Weiberfleisch,

x; Das alles! seht’s euch an und wenn sie Ruhe
In eure Seele sanft melodisch haucht,
Dann weiter!

Lucindo. Was Mensch? Zu Dirnen führst du mich?
In dem Moment, wo mir das ganze Leben
Zermalmend auf die Schulter niederstürzt,

Wo sich der Busen allgewaltig dehnt,
Begierig selbst sich irrend zu vernichten,
Wo jeder Hauch mir tausend Tode weht,
Und jetzt ein Weib!

5 Pertini. Ha! sprudelt junger Mann,
Weht Tod und Flamme durcheinander hin. ;
Was Dirne? hab’ ich recht verstanden,
Seht euch das Haus! Sieht’s dirnenmäßig aus?
Glaubt ihr, ich woll’ für euch den Pandor spielen
Und werd’ den Tag gar als Lanterne brauchen?
’S ist lustig, nur herein, vielleicht erfahrt
Ihr dort, was ihr begehrt!

Lucindo. Ich seh den Trug,

Habt ihn aus zu mäßigem Stoff gebaut,
Ihr wollt der Hand entschlüpfen, die euch hält.