Oulanem

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Nicht wahr, Beatrice, er darf verweilen,
Bis ich zurückgekehrt, Bedenklichkeit,
{hr seid ein Fremder, drum nicht blöde.
3eatrice. Wie, junger Herr, hab’ ich euch so empfangen,
Daß ihr mir denken könnt, ich werde euch,
Den Freund des alten Freundes Pertini,
Den Fremden aus dem Hause gastlos stoßen,
Das jeden willig gern in sich empfängt,
Nicht schmeicheln sollt ihr, aber billig sein!

0 Lucindo. Bei Gott! Es schlägt mich eure Güte nieder!
Ihr sprecht so mild, so wie die Engel sprechen,
Verzeiht, wenn ich beschämt, wenn hingerissen,

Vom wilden Strom vergess’ner Leidenschaft,

Die Lippe sprach, was sie verschließen sollte,

Doch blickt den Himmel, wenn er rein umflort,

Aus blauen Wolkeshöhn herniederlacht,

Schaut Farben, die in süßem Glanze wogen,

Von Schatten bald und bald von Licht umzogen,

Die sich melodisch voll und weich vereinen,

In einem Bild beseelet zu erscheinen,

Und schweigt dann, wenn die Lippe schweigen kann,

{hr könnt nicht, ’s zieht euch hin, wie Zauberbann,

Besinnung ach! und Vorsicht sind geschwunden,

Die Lippe bebet, wo das Herz empfunden,

So wie die Äolsleier weiterklingt,

Wenn seine Flügel Zephir um sie schwingt.
Beatrice. Die Schmeichelei’n, mein Herr, will ich verzeihn,

Ihr wißt zu süßen Schein dem Gift zu leihn.
Lucindo (leise zu Pertini).

Verdammter Schurk’ und doch ein braver Schurk’”,

Was soll ich? fliehn, bei Gott, ich muß hinweg!
Pertini (laut).
Er kann es mir noch immer nicht vergessen,
Daß ich vorhin sein Wort ihm weggegessen,
Er hatte sich was Schönes ausgedacht,
Da hab’ ich aus der Fassung ihn gebracht,
Doch ’s ist schon gut, Beatrice, sie denkt,
[hr hättet euren Einfall ihr geschenkt,
Er war wohl lang, wie alle deutsche Possen,
Schwer zu verdauen, wenn man sie genossen.
Ich geh!

Lucindo (leise). Ha! Mensch!

Pertini (laut).
Doch denkt an Sympathien,
Die aus dem Magen bald ins Herz uns ziehn,
Bald kehr” ich wieder, bring’ euch rasch dann fort,
Zu fesselnd wär’ euch wohl der süße Ort!