Oulanem

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Allein, wie finst’'re Genien umnachten,

Die, eh’ wir kamen, uns schon weggewandt,

50 mögen andre süß ’ren Trug ersinnen,

Durch magisch fernes Band uns zu gewinnen!

Und dann, dann sehe man noch mehr sich vor,

Der stärkste Blitz schlägt nicht aus dunklem Flor!
"ucindo. Ihr schöne Herzensphilosophin, Gott,

Ich kann nicht widerstehn, du zwingst mich, du,

Glaub” nicht, daß ich dir Ehrfurcht nicht empfinde,

Weil ich so kühn und schnell mich unterwinde,

Den Busen preßt’s, die Nerven alle reißen,

[ch kann nicht widerstehn, bald bin ich fern,

Bald fort von hier, von dir, von dir geschieden,

Dann Welten, taucht in Abgrund, taucht euch unter,

Verzeih’, mein süßes Kind, verzeih’ den Zeiten,

Die rasch mich drängen, Ungestüm bereiten,

ich liebe dich, Beatrice, bei Gott,

Beatrice und Liebe ist ein Hauch,

Ich kann sie nur in einem Atem wehn,

Ich wollt’ in dem Gedanken untergehn!
Beatrice. Ach, laßt die Rede, denn sie kann nicht frommen,

Gesetzt, doch hört, ’s ist nichts, als ein Gedicht,

{hr solltet jetzt sogleich mein Herz bekommen,

Sewiß, dann schätztet ihr mich weiter nicht.

{Ihr dächtet nun, ’s ist ein gewöhnlich Kind,

Schnell hingegeben, wie es tausend sind,

Und wenn ihr den Gedanken nur gedacht,

Wär’ ich um Lieb’, um Achtung selbst gebracht,

Mein Herz, es könnte euch nicht weiter gelten,

Und ich, ich selber müßt’ mich schmerzlich schelten.
Lucindo. O seelenvolles, üppig warmes Wesen,

O könntest du in meinem Busen lesen,

Ich habe nie geliebt, noch nie, bei Gott,

Doch dein, dein Vorwurf ist der Liebe Spott,
Laß lang den schnöden Kaufmann mäkelnd sinnen
Behutsam zaudernd will er mehr gewinnen,

Doch Liebe, sieh’ das All in uns gefaßt,

Nicht weiter, weiter nichts, nichts, nichts zu hoffen,
Bedenken mag, was bindet und sich haßt,

Die Liebe schließet sich, wie Zauber offen,

Es ist ein Lichtfunk, aus dem Sein entglüht,
Drum sei sie auch in dem Moment entsprüht,
Wo noch ein andres liegt, da gilt das Wägen,
Rasch ist die Flamme, rasch der Liebe Segen.
Beatrice. Soll ich mich zieren? alles muß ich wagen,
Die Flammen mögen hoch zusammenschlagen,
Doch ach! das Herz ist mir gepreßt, geengt,
Es ist. als sei der Lust der Schmerz gemengt,