78 Dichtungen aus dem Jahre 1837
allemal gebieten, den Schlußstein ihres großartigen Wirkens zu setzen,
da sie uns in der Handlung aufhält.

So dachte auch Merten, denn ein heftiger Schlag, den Felix fühlte,
war von seiner breiten historischen Hand geschlagen worden.

Der Name Merten erinnert an Karl Martel, und Felix glaubte sich
wirklich von einem Hammer geliebkost, mit solcher Annehmlichkeit war
die elektrische Erschütterung verbunden, die er verspürte.

Er riß die Augen auf, wankte und dachte an seine Sünden und das
letzte Gericht.

Ich aber grübelte über die elektrische Materie, über den Galvanismus,
über Franklins gelehrte Briefe an seine geometrische Freundin und über
Merten, denn meine Neugierde ist höchst gespannt, zu entdecken, was
dieser Namen verbergen mag.

Daß der Mann selbst in grader Linie von Martel abstamme, ist nicht
zu bezweifeln: der Küster versicherte mir es, obgleich dieser Periode *
aller Wohlklang fehlt.

Das / verwandelt sich in ein n, und da Martel ein Engländer ist, wie
jeder Geschichtskundige weiß, im Englischen aber das @ oft wie das
deutsche „eh“ lautet, welches mit „e“ in Merten zusammenfällt, so möchte
Merten wohl eine andre Form von Martel sein.

Hiernach zu schließen, da bei den alten Deutschen der Name, wie aus
mehreren Beiwörtern hervorgeht, als Krug, der Ritter, Raupach, der Hof-
rat, Hegel, der Zwerg, den Charakter seines Trägers ausdrückt, scheint
Merten ein reicher, biederer Mann zu sein, obgleich er seines Gewerbs ein
Schneider und in dieser Geschichte der Vater Scorpions ist.

Dieses letztere begründet eine neue Hypothese, denn teils weil er
Schneider, teils weil sein Sohn Scorpion heißt, erhielt es viele Wahr-
scheinlichkeit, daß er von Mars, dem Kriegsgott, Genitiv Martis, griechi-
scher Akkusativ Martin, Mertin, Merten, abstamme, denn das Handwerk
des Kriegsgottes ist Schneiden, indem er Arm und Bein abschneidet und #%
der Erde Glück zersägt.

Der Scorpion ist ferner ein giftiges, mit dem Blick tötendes Tier,
dessen Wunden tötlich, dessen Augenblitz zerschmettert, eine schöne
Allegorie für den Krieg, dessen Blick tötet, dessen Folgen dem Getroffnen
Narben schlägt, die innerlich bluten, die nicht mehr zu heilen sind, &

Da indessen Merten wenig heidnische Natur besaß, im Gegenteil sehr
christlich gesinnt war, so scheint es noch wahrscheinlicher, daß er vom
heiligen Martin abstamme, eine kleine Verwechslung der Vokale gibt
Mirtan, das i lautet oft in der Sprache des gemeinen Volks wie e, z.B.
„gib mer“ statt „gib mir“, und das a im Englischen, wie schon angedeutet, #
oft wie „eh“, was in der Folge der Zeit sich leicht zu e umgestaltet, be-
sonders bei wachsender Kultur, so daß der Name Merten ganz natürlich
entsteht und einen christlichen Schneider bedeutet.

Obgleich diese Ableitung durchaus wahrscheinlich und tief begründet
ist, so können wir doch nicht umhin, noch einer andern zu gedenken, die #
sehr unsern Glauben an den heiligen Martin schwächt, der doch nur als
Schutzpatron genommen werden könnte, da er nie, so viel wir wissen,
verehlicht gewesen, also auch keinen männlichen Nachfolger besitzen
konnte.

Mi