158 Dubiosa aus den Deutsch-Französischen Jahrbüchern
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zu machen, aber es ist nötig, daß man einen Korrespondenten findet, der
die Toilette der Hofdamen gesehen hat und entweder den König kennt
oder den Kammerdiener, oder noch besser, der selbst der Kammerdiener
ist. Denn Helden gibt es jetzt an manchen „diplomatischen Zentralstellen“
nur für die Kammerdiener.

Der Kommunismus deutsch.

Die Triersche Zeitung beweist am 26. Januar durch einen klugen
jungen Berliner, daß der Kommunismus ursprünglich deutsch ist. „Ma-
zister M.*) zerstörte gestern in seiner Vorlesung den Fieberwahn deutscher
Schwäche, der in dem Kommunismus ein ausländisches Gespenst erblickt 10
hatte, er zeigte an vielen Tatsachen, daß der Kommunismus und Sozialis-
mus ein gesundes Kind des deutschen Geistes sei, nicht etwa so eine will-
<ürliche französische Erfindung.“ Berlin ist doch die klügste Stadt der
Welt.

Der Kommunismus des Schwanenordens und des
Berliner Hofluxus.,

Der Kommunismus ist rasch zu Ehren gekommen. Er ist deutsch ge-
worden, er ist verloren. Der Bremer Bayard und der 9 Korrespondent
der Augsburger Zeitung begegnen sich in dem Bestreben, den König von
Preußen als den Mann zu schildern, der das kommunistische Rätsel gelöst 20
hat, der eine sagt durch einen religiösen Ord en, der andere,
durch wohlberechneten Luxus. „Einesteils ist unser Monarch
von der Überzeugung erfüllt, das Königtum bedürfe, namentlich in
ansern Tagen (er scheint frevelhafterweise nicht daran zu glauben) einer
glanzvollen und würdigen Darstellung; andrerseits glaubt er die letztere 2;
im integrierenden Zusammenhange mit dem Wohlstand der
QOuvriers und?) der Sozietät überhaupt. Auch war
früher die Toilette bei unsern Hofdamen auf eine
Weise vernachlässigt, die nicht verfehlen konnte, traurige
Wirkungen auf den Stand der Handwerker auszu- 3%
iben; das ist ganz anders geworden, und freilich unter oft sehr
schwerfallenden Opfern entwickelt sich auch in dieser Hinsicht ein
zrandioser Luxus.“ Es ist allem Ungemach abgeholfen: der
Luxus ist da, sagt die Bremer Zeitung. — Wie unbesonnen! Wäre

alsdann der Schwanenorden nicht überflüssig gewesen?‘ Man versteht die #5
große Frage des Schwanenordens nicht eher, als bis der 9 Korrespondent
in der Augsburger Zeitung gesprochen hat. Ist der Bremer Korrespondent
roh wie Achill, so ist dieser gebildet wie Odysseus, ein Stil wie Cicero,
ein Ingenium wie ein Klosterschüler, der prosaische Klopstock des neuen
königlichen Messias, Wir schließen einen seiner vielen Honighähne.in der 4
Beilage der A. Z. vom 19. Jan. vorsichtig auf und es fließt: „Was dem
1), Theodor Mundt-
2?) In der Bremer Zeitung in