(30) 1840 April 5

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hineingeraten. Jeder hat sein kleines Interess’chen oder sein persönliches
Gehege, in dem er zufrieden ist, wenn einmal das Ministerium nach tau-
send Schreiben um Zulage ein paar 100 Mark zugeschossen hat, oder die
Besten sind in ihrer besondern Disziplin abgeschlossen und freuen sich
s außerdem ihres Lebens. Von einem allgemeinen Gesichtspunkte werden
sie unangenehm berührt, der Gedanke an einen Konflikt stört sie, und wer
von Kampf sprechen wollte, gilt als ein malcontent. Dergleichen mal-
zontents gibt es hier auch, aber sie haben nur eine fixe Idee, die sich auf
einen kleinen Punkt beschränkt: so ist einer malcontent, weil seine
Theorie in der Medizinalversicherung nicht eingeführt ist, oder ein
anderer ist wegen eines Streits mit Rehfues malcontent, aber es sind
wenige Exemplare und als solche in den Augen der anderen mit einer
macula behaftet und geflohen oder wenigstens gemieden, weil sie die
allgemeine Fläche unterbrechen. Wie nun die Philosophie zum Staate
% stehe, davon haben sie keine Ahnung, nur die Pietisten haben noch die
feinste Nase, eine Art von Furcht, und murmeln unter sich von einem
ı1ahe bevorstehenden allgemeinen Abfall der Bösen. Sie haben das Vor-
zefühl einer Krisis, wie die Tiere von dem Wechsel des Naturlebens,
Zoch ist die Sache nicht einmal so ernst zu betrachten, da jenes Gemurmel
% eine alte abgedroschene kirchliche Formel ist. Räsonnement vor solchen
Leuten würde auf den, der es sich erlauben wollte, den Schein der Un-
zufriedenheit werfen, und in der Tat, seitdem ich hier bin und meine
Opposition innerlich zur Entschiedenheit sich ausgebildet hat, verab-
scheue ich nichts mehr als jenen Schein oder als die Bezeichnung eines
23 Unzufriedenen.

Als ich meine öffentliche Vorlesung hielt, kamen eine Menge von
Professoren, um den Hegelschen Galimathias zu hören, und wunderten
sich über die Einfachheit — Delbrück kam vor wundern ganz außer sich.
So wissen sie sich nämlich nicht die Sicherheit und Unbefangenheit, mit
der ich überhaupt auftrete, zu reimen, und man verdirbt den Leuten in
Jer Tat den ganzen Spaß, wenn man ihnen keine Unzufriedenheit zeigt,
Jenn wenn sie auch darauf nicht eingehen können, so erwarten sie doch
zinmal, ein Hegelianer müsse immer den Spieß in der Hand haben. Es
ist das Beste, was einem widerfahren kann, wenn man einmal an einen

% solchen Ort kommt, wo man mit seinen Arbeiten nicht zusammengedrängt
ist. Innerlich aber und auch äußerlich sicher, wird man auch innerlich in
der Beziehung sicherer, daß man die Männekens, die fallen müssen, in
‘hrer ganzen Blöße vor sich sieht. Der Sieg, der so schon gewiß ist, wurde
mir in seiner ganzen Nähe klar, als ich dies schöne Stückchen Welt hier

1 sah. Hier wurde es mir aber auch klar, was ich mir in Berlin noch
nicht ganz gestehen wollte oder mir nur unter Kämpfen gestand, was
alles fallen müsse. Die Katastrophe wird furchtbar und muß eine große
werden, und ich möchte fast sagen, sie wird größer und ungeheurer
werden, als diejenige war, mit der das Christentum in die Welt getreten
ist. Und hier sollte man mit den Lumpen sich in persönliches, unendliches
Disput einlassen? Man sollte vor solchen Leuten als ein Unzufriedener
erscheinen, während man innerlich nichts weniger als unzufrieden oder
verstimmt oder gereizt ist? Das Kommende ist zu gewiß, als daß man
auch nur einen Augenblick unsicher sein dürfte. Hat in Frankreich die

Marxz-Engels-Cesamtausgabe. I. Abt.. Bd. 1. 2. Hbd. f

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