(31) 1840 Mai 29

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vielle für mich empfindliche gänge vielmahls handlen müssen wo ich
5chpätter bereyt habbe — aber nichts bedaure ich mehr als das ich mir
und die meinige von W[estphalens] so hab behandellen lassen — und
hier ist das Mänliche personal nicht den handelenden theil. — ich achtete
mir selbst zu Hoch als das ich in einen Brief an dir je etwas davon er-
wähnt — Seit dreyviertel jahr wurde der H. S[chlink] verschont und ich
muste an allem Schuld habben so betret in ein halbes jahr niemand unsre
Schwelle — selbst neujahr kam niemand und der gutte landgerichtsrath
durfte uns nicht mehr besuchen, wie die Faml[ille] W[estphalen] das Un-
19 glück betraf ging [.?.]?) um zu trösten unsre Mädchen gingen 14 Tage
[danach] hin um Ihre theilnahme zu bezeigen, in der Zeit [.?.]?) der
Herman er ging Edgar besuchen er traf eines [. ? .] Jeny in Edgars
Zimmer den in Famille [. ? .] wurde er gahr nicht aufgenommen benam
sich [wie] [. ? .] eine vornehme Fremde und Schprach [. ? .] winnen
— ist dies den ein betragen, das man verdauen kan nie wirst du die Mora-
liche opfer für deine Famillie bringen, welche wir alle für dir gebracht —
Das Glück kan dir lächelen und du kanst mit deinem gutten Herzen
[.?. ] was du deine Geschwister glaubst Schuldig zu seyn [.?.]
aber das was wir alle für dir geduldet und gel [itten, kannst] du nie er-
2 setzen — ich mus sagen Carl [. ? . ] begreiffe, man kan in ein Mäd-
zhen welches ma[n] liebt, die Schönste und erhabendste Tugenden an-
erke[nnen], doch hat jede Famillie einen grundzug welche sich [.?.]
verhältnisse gleicht bleibt — die der Famille W [estphalen] ist, das exal-
terte, kein juste millieu findet da nicht Stat — entweder wird man in die
Himmlische Sfären versetzt oder man mus sich mit den abgrund begnü-
gen — so ist mit den H. S[chlink] den Brief wo W. von H. S[chlink]
habben wurde an mir geschrieben, und diese wahr der art das jeder ver-
nünftige mensch damit zufrieden seyn kan, sonst würde ich Sie Ihnen nicht
mitgetheilt habben, und ich erinnere mir den ausdruck wo H. S[chlink]
jo sagt es wäre weit entfernt von Ihm eine Dame die algemein geliebt und
geachtet wäre beleidigen zu wollen — (nun frage ich dir was hat dies mit
den gutten Ruf gemein) so verhält es sich und du kanst den brief lesen
wen du herkomst — Wen klatschereyen in meiner art wäre ich hätte dies
alles dir längst und noch vielmehr gesagt So leid mir’s thut dies alles
5 sagen zu müssen, so mus es doch einmahl vom Herzen, und wie der Him-
mel wieder klar und Heitter wird, wen er sich des gewitters entlässet So
kan ich auch wieder alles geduldig ertragen wen mein Herz sich einmahl
luft gemacht hat — und ist es eine innige überein Stimmung der. Seele
mit dir Carl, welches diesen Zauber hervorbringt, so wäre mir’s eine un-
ın möglichkeit die jeny ein hartes Wort zu sagen, es ist mir immer als könte
ich damit dein Herz brechen — dies Schreibe ich auch meine übermensch-
liche geduld zu —
[Nun] zu der kalte wirklichkeit, ich kan nicht umhin die Bemerkung
[zu machen], das ich nur den brief bekomme, wen der inhalt [.?.1]1%9
# ist, und mir vielleicht sorgen komen zu erfreuen [.? .] hätte — — ich
überschicke dir ein Zeuchnis des H. [.? . 1] soltes du nicht auf diese
!) Fohl ich hin
?) Etwa kam
2 Etwa unerfreulich