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ainen viele Bogen langen Aufsatz aus und beweist, jene Beiwohnung des
Dekans sei absolut notwendig. Der König antwortet zum Ärger der auf-
geblasenen Protestanten: „Habe nichts dagegen, wenn die ganze Fakultät
in corpore et tertio 10co niedersetzt.“

Zweitens, in Duisburg soll ein neuer Pastor voziert werden. Statt die
Vokationsurkunde nach der vorgeschriebenen Kirchenordnung anzufer-
tigen, wählt man eine frühere antiquierte Formel. Nacheinander remon-
strieren die Regierung, das Ministerium, die Sache kommt an den König.
Alles in Spannung! Da kommt ridieulus mus, wieder zum Ärger der
Leute, die ihre Sache für unendlich wichtig hielten! „Meinetwegen kann 10
man die Vokationsurkunde aus dem ältesten Exemplar von Kirchenord-
nungen hernehmen, das man finden kann.“ Die Leute legen wieder den
Finger an den Kopf, — um ihre Würden zu restituieren. Nachdem ihre
Blase aufgeplatzt, suchen sie wieder Wind, um sich von neuem aufzublasen.
Leb wohl
Dein
Br. Bauer.
Bonn, den 12. 4. 41.

40. Präsentierungsschreiben des Dekans Prof.
C. F. Bachmann an die philosophische Fakultät
für den cand. phil. C. H. Marx. Jena 1841 April 13.
Original: Dekanatsarchiv der Universität Jena
Senior Venerande,
Assessores Gravissimi,
[ch präsentiere Ihnen hierdurch in Herrn Carl Heinr ichMarxes
aus Trier einen sehr würdigen Kandidaten. Derselbe hat eingeschickt
l. ein Anhaltungsschreiben. (sub. lit. a.) 2. zwei Universitäts-
zeugnisse über seine akademische Studien in Bonn und Berlin. (lit.
b. & c.) Die in ihnen bemerkten disziplinarischen Vergehen können von
uns unbeachtet bleiben. 3. ein lateinisches Anhaltungsschreiben, curri- 30
zulum vitae, und Specimen: über die Differenz der Demo-
kritischen und Epikureischen Naturphilosophie,
nebst Beglaubigung der Autorschaft in dem lateinischen Schreiben.
(lit. d.) 4. 12 Friedr. d’or, wovon der Überschuß dem Kandidaten zu-
rückgeschickt werden wird. Das Specimen zeugt von ebensoviel Geist und 35
Scharfsinn als Belesenheit, weshalb ich den Kandidaten für vorzüglich
würdig halte, Da derselbe nach seinem deutschen Schreiben nur die
Doktorwürde zu erhalten wünscht, so ist es wohl nur ein Irrtum, ent-
sprungen aus der Unbekanntschaft mit den Statuten der F akultät, daß er
in dem lateinischen Schreiben von der Magisterwürde spricht. Wahr- 40
scheinlich hat er geglaubt. beides gehöre zusammen. Ich bin überzeugt,