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nennen und mir ferner die Nummern der Deutschen Jahrbücher,
die meinen Aufsatz enthalten, sofort per Post zuzusenden;
denn einstweilen in Trier bin ich von der literarischen Welt
vollständig exkludiert.

Es versteht sich, daß es im Interesse der Sache liegt, den Druck
zu beschleunigen, wenn nicht die Zensur meine Zensur zensiert.

Wissen Sie noch keinen Kritiker für Vatkes superkluges Buch
„über die Sünde“ — wär’s nicht so verzweifelt klug, man wär’
versucht, es dumm zu nennen — so steht Ihnen mein kritischer

0 Eifer zu Gebot.

Ebenso wäre es vielleicht passend, Bayers Schrift über „den
sittlichen Geist“ noch einmal vorzunehmen. Feuerbachs Kritik
war ein Freundschaftsdienst, So ehrenvoll die moralische Gesin-
nung Bayers, so schwach und selbst unsittlich ist seine Schrift

5 selbst.

Sehr lieb wär’ es mir, wenn Sie Wigand zukommen ließen,
daß mein Mskpt. in einigen Tagen eintreffen wird. Bauers
Brief, der die endliche Absendung desselben‘ anordnete, fand
mich an einer schweren Krankheit daniederliegend, weshalb er

% mir erst vor einigen Tagen überreicht wurde. Mit beiliegendem
Aufsatze beschäftigt, konnte ich die nötigen Korrekturen nicht
vornehmen.

Da ich jetzt mit weitschweifigen Arbeiten am Abschluß bin,
versteht es sich von selbst, daß den Deutschen Jahrbüchern alles,

2; was meine Kräfte vermögen, zu Gebote steht.
Mit aufrichtiger Hochachtung
Marx.
Meine Adresse ist: An Dr. Marx zu Trier, abzugeben an Geh.
Regierungsrat von Westphalen.

51. Arnold Rugean Marxin Trier; Dresden 1842
Februar 25
Original: Archiv der Sozialdemokratischen Partei, Berlin
Lieber Freund!

Mit Ihrer Zensurkritik zugleich ist die preußische Zensur der Ten-
35 denz gegen die Jahrbücher in Aktivität getreten. Seit acht Tagen streicht
der Zensor unsre „schlechte Tendenz“. Sie können sich denken, wen das
trifft. Ihr Aufsatz ist eine Unmöglichkeit geworden, alles, was nach Bauer,

Feuerbach und mir riecht, ist zurückgewiesen.
Ich habe so eine Elite hübscher und pikanter Sachen beisammen,
zo die zugleich der Zensur eine derbe Ohrfeige geben sollen: und frage an.