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brächtet, verträgt sich dies aber nicht mit Eurem Unternehmen, so habe
ich auch nichts dagegen, daß es in die Jahrbücher kommt, wenn diese
nur recht verbreitet werden, Ich weiß, daß ich bei der Veröffentlichung
etwas zu riskieren haben werde; das möchte ich aber nur, wenn zugleich
verhältnismäßig dadurch gewirkt wird, denn sonst wäre es Narrheit.
Daß der Aufsatz sich sehr gut an die Landtagsabschiede anschließt, wirst
Du zugeben, und deshalb ist sein baldi ges Erscheinen doppelt wün-
schenswert. Kann er nicht bald oder gar nicht erscheinen, so schicke mir
das Manuskript nur sofort, aber mit sicherer Gelegenheit, zurück,
Benutzt Ihr es, so bitte ich Dich aber noch besonders, mir sobald als 7
möglich das Honorar zu besorgen, da ich durch meinen Umzug hierher
aoch mehr in Verlegenheiten geraten bin, als ich es früher schon war.
Hansemann hat mir hier eine Anstellung bei der F euerversicherungs-
Gesellschaft besorgt; in Köln bestimmte mich ohnehin das eindringende
Beamtenwesen bei der Eisenbahn, meine dortige Stellung aufzugeben. z5
Ich habe hier nun zwar zu leben, aber ich lebe nicht, ich fühle immer
mehr, daß diese Stellungen mich meiner eigentlichen Bestimmung ent-
ziehen, und daß ich auf literarischen Füßen stehen muß. Habt Ihr dort
keine Stelle für mich? Ich bin so lang an prosaische Geschäfte gewöhnt
worden, daß mir das Geschäftliche Eures Unternehmens schon geistreich 2
vorkommen würde, Korrespondenzen besorgen, Korrektur PP- — —
alles das würde ich mit Vergnügen übernehmen, wenn es nur soviel
abwürfe, daß ich für das Nötigste gesichert wäre, und nebenbei soviel
Zeit liesse, durch Schriftstellern mein Einkommen zu komplettieren und
für meine Überzeugungen zu wirken. Hier in Preußen halte es der Teufel 2;
länger aus. Wenn man nicht an die Unsterblichkeit der Seele glaubt
und seine Sterblichkeit nutzlos hier in Preußen aufreiben muß, dann hat
man, um nicht aus der Haut zu fahren, mehr Resignation nötig, als ich
besitze. Ich beneide Euch täglich in Eurer Stellung und Eurem freien
Wirkungskreise. Seid nur praktisch und Ihr könnt mehr leisten, als zo
die ganze inländisch-deutsche Presse. Hütet Euch nur vor den — Zoll-
beamten. Die unheiligen Klauen der fiskalischen Spürnasen können uns
so viel materielle Hindernisse in den Weg legen, daß auch die Über-
windung der geistigen wenig nützen würde. Das gehört auch zum Prak-
tischen. 35
Antworte mir bald. Grüße Ruge, Hess und Herwegh, dem ich für
seine Gedichte nochmals danke. Viel Glück in der Freiheit und in der
Liebe! Dein Heinzen.
Aachen. den 16. 2. 1844.

61.*) Arnold Ruge an Marx in Bonn mit Nach-
schrift von Karl Riedel; Dresden 1842 August 7
, Dresden d. 7. August 42.
Lieber Freund! ;
Es sind grade 4 Wochen, als Sie mir schrieben. Seitdem hat sich viel
ereignet. Was Sie damals berührten: „die Freien und die Philalethen“, 45
1) Val. Nr.61 8. 279