— 834 — Textliche Erläuterungen {zu den Übersichten: Staatseinnahmen und -ausgaben, S. 80711.) Allgemeines Es wurde: keine internationale Vereinheitlichung der Originalausweisungen versucht, vielmehr wurden die Übersichten in der Anordnung der in den Quellenverzeichnissen‘ angegebenen Ausweisungen gegeben; nur wenn diese Ausweisungen in ihrer Anordnung während der Berichtszeit Änderungen erfahren hatten, wurde eine Angleichung, gewöhnlich an die neuere Ausweisungsart, durchgeführt. Umfangreiche oder nur formell bezeichnete Posten wurden, soweit möglich, durch Untergliederung erläutert. Die Übersetzungen halten sich so eng wie möglich an die Bezeichnungen der Quelle; vor allem blieb auch die Bezeichnung der Ausgabetitel (nach Behörden oder nach Zwecken) unverändert, und nur in wenigen Fällen an statt der wörtlichen eine sinngemäße Übersetzung gewählt werden. Die in den Tabellenköpfen gebrauchten Abkürzungen sind 8.807 erklärt. Belgien Die belgische Frankenwährung (Parität : 100 Fr = 81,0 ZA) wurde in der Nachkriegszeit stark entwertet, so daß der Devisenkurs im Jahresdurchschnitt auf 20,01 ZA im Jahre 1925 und auf 13,77 AA im Jahre 1926 sank, Im Jahre 1926 erfolgte die Stabilisierung der Währung durch Schaltung einer neuen Münzeinheit: des Belga, der 5 belgischen Papierfranken entspricht. Der Kurs dieser neuen Währungseinheit (Parität: 100 Belga = 58,37 AM) ist seit ihrer Einführung ziemlich fest geblieben. Der Haushalt wird weiterhin in Franken aufgestellt. Das Finanzjahr fällt mit dem Kalenderjahr zusammen. Die kompensatorischen Einnahmen bestehen vor allem aus zweckgebundenen Einnahmen (Entschädigungen für Leistungen des Staates usw.); die Hauptposten sind im Voranschlag 1930: Die Dividende der Vorzugsaktien und der Anteil am Gewinn der Nationalen Eisenbahngesellschaft mit 300 Mill.; der für den Schuldendienst gegenüber den U. S. A. bestimmte Teil der deutschen Reparationszahlungen mit 232 Mill.; Einnahmen aus der Mark-Konvention mit 197 Mill; Beiträge der Regie- betriebe zum Schuldendienst 85 Mill‚; Überweisungen der Belgischen Nationalbank mit 105 Mill. Fr. Die außerordentlichen Ausgaben enthalten Aufwendungen für den Bau von Gebäuden, Straßen, Kanälen und Häfen, Darlehen und Subventionen an Kommunen und interkommunale Gesellschaften für den Bau von Wasserleitungen und Kanalisationsanlagen. Die außerordentlichen Einnahmen im Jahre 1926 enthalten neben der Anleiheaufnahme eine ‚Steigerung des Äktivums» in Höhe von 1916 Mill, Fr. infolge der Aufwertung des Kassenbestandes der Nationalbank Die Betriebe werden einschließlich Investitionen unter den Ausgaben und Einnahmen der Eisenbahnen, der Marine, der Post und Telegraphie brutto ausgewiesen. In der Ausweisung für 1912 waren die Einnahmen aus Eisenbahnen, Post, Telegraph und Telephon sowie der Marine unter den »P6ages« (Benutzungsgebühren) enthalten. Die Eisenbahnen sind nur bis zum 31. August 1926, Telegraph und Telephon nur bis 1929 einschließlich in der Aufstellung enthalten; die Eisenbahnen sind seitdem verselbständigt; der Staat, der Verzinsung und Tilgung ihrer Vorzugsaktien übernommen hat, ist an ihrem Reingewinn beteiligt. Für Telegraph und Telephon wurde 1930 eine eigene Regieverwaltung geschaffen, Die ordentlichen Ausgaben für Schulden umfassen auch einen Teil der Pensionen, z. B. im Voranschlag 1930 341 Mill. Fr, Der eigentliche Schuldendienst wird bestritten einerseits durch unmittelbare Leistungen des Haushalts für Verzinsung und Tilgung, die in den Abrechnungsausweisen nicht ausgliederbar sind, andererseits besteht ein besonderer Schuldentilgungs- Jonds (Fonds d’Amortissement de la Dette Publique), der aus laufenden Zuweisungen von Haushaltsmitteln, aus Budget- überschüssen und aus unerheblichen eigenen Einnahmen gespeist wird. In den Rechnungsabschlüssen sind die Anleiheerträge enthalten, während die Voranschläge keine Einnahmen aus An- leihen vorsehen. Bulgarien Die Vorkriegsparität des bulgarischen Lev betrug 0,81.4, die Parität des neuen, Dezember 1928 geschaffenen Lev ist 0,03033 AA. Der Kurs des Lev hielt sich bereits seit 1925 auf dieser Höhe, Das Finanzjahr Bulgariens deckte sich vor dem Kriege mit dem Kalenderjahr, in der Nachkriegszeit läuft es vom 1. April bis zum 31. März. Besondere Fonds mit teilweise eigenen Einnahmen sind vorgesehen für die Ausgaben für Pensionen, Sozialversicherung, Wohlfahrtspflege, kulturelle und wirtschaftliche Zwecke, Eisenbahnneubauten usw. In den Nachkriegsjahren, für die die hier gebotene Ausweisung das seit 1928/29 angewandte Einheitsschema wiedergibt, sind diese Fonds, die beiden erst- genannten ausgenommen, vollständig oder doch größtenteils enthalten, Die Staatsbetriebe werden brutto ausgewiesen, jedoch die Eisenbahnen seit 1929/30 netto, wodurch der Umfang des Haushaltsplans erheblich vermindert wird; seit 1930/31 bilden die Eisenbahnen mit den Häfen zusammen eine autonome Verwaltung mit Sonderbudget. , Die Reparationsleistungen (einschließlich Besatzungslasten) betrugen 1925-1928 jährlich rund 10 Mill, Goldfr, (rund 250 Mill. Leva). Dänemark Das Finanzjahr läuft vom 1. April bis 31. März, Der Devisenkurs der dänischen Krone (Parität: 1 Kr = 1,125 AM) betrug im Jahresdurehschnitt für 100 Kr 1925: 88,8, 1926: 110,2 AA, 19271930 war keine erhebliche Abweichung von der Parität festzustellen. Der Haushaltsplan ist in der in den skandinavischen Ländern üblichen Art in laufende und Kapitalrechnung gegliedert; der Inhalt der Kapitalrechnungen geht größtenteils aus der Aufgliederung hervor; u. a. sind darin sämtliche In- vestitionen, auch die der Staatsbetriebe, sämtliche Kapitaleinnahmen und -ausgaben der Schuldengebarung sowie neben der eigentlichen Kapitalgebarung auch die Erträge einiger zweckbestimmter Steuern, z. B. seit 1925/26 die Erbschaftsteuer. enthalten, Nicht nur die Staatsbetriebe, sondern auch die Verwaltung sind zur Verzinsung der bei ihnen angelegten Kapitalien verpflichtet. Diese und andere Zinseinnahmen werden in den neueren Haushaltsausweisungen gegen die Zinsverpflichtungen des Staates, vorwiegend für Zinsendienst der Staatsschuld, für den z. B. 1929/30 50,6 Mill. Kr vorgesehen waren, aufge- rechnet. Für 1913/14 sind dagegen die Schuldzinsen im Betrage von 12,4 Mill. Kr unter den Ausgaben des Finanzministeriums enthalten. Die für die Betriebe ausgewiesenen Nettoergebnisse entstehen durch Abzug der Betriebsausgaben, der Zinsen und Til- gungsbeträge von den Betriebseinnahmen; dagegen werden Ausgaben für Betriebsinvestitionen aus Kapitaleinnahmen gedeckt, Gegen Ende des Rechnungsjahres werden durch Nachtragsbewilligungen die ursprünglichen Ansätze der Einnahme- und Ausgabeposten der tatsächlichen Gebarung angepaßt, so daß diese endgültigen Ansätze fast einer Abrechnung gleich- kommen. Finnland Parität und Kurswert der Landeswährung, der finnischen Mark, betrug vor dem Kriege für 1 Fmk — 0,81 AZ. ; während und nach dem Weltkriege wurde die Währung erheblich entwertet. Den Stabilisierungskurs von 1926, 100 Fmk = 10,57 2.4, erreichte sie bereits einige Jahre vorher. Das Finanzjahr fällt mit dem Kalenderjahr zusammen,