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        <title>Finanzen und Steuern im In- und Ausland</title>
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hören und deshalb auch in den Ländern in einer bestimmten Mindesthöhe ausgegeben
werden müssen, wo sie einen unverhältnismäßig hohen Teil des gesamten Finanzbedarfs
beanspruchen. Der mehr oder weniger große Ausbau, den man nun dem Hoheitsverwaltungsapparat,
 der gemäß seiner eigentlichen Aufgabe nur begrenzt ist, zuteil werden läßt,
kann große Niveauunterschiede im Je-Kopf-Bedarf kaum herbeiführen.
Bei der Leistungsverwaltung gibt es neben den spärlichen Personalstandszifern
 noch andere Beurteilungs- und Schätzungsgrundlagen, die einen ungefähren Vergleich
 der tatsächlichen Leistungen ermöglichen *).
Bei der Vielfältigkeit der Aufgabengebiete, den dieser große Rahmen umschließt,
empfiehlt es sich, tatsächliche Leistungen und Finanzbedarf, soweit wie möglich, nach
einzelnen Gebieten gesondert zu betrachten.
Für die Aufteilung und Wertung des auf die einzelnen Zwecke entfallenden Finanzbedarfs
 sollen für Frankreich und z. T. auch für Belgien allerdings nur ganz rohe Angaben
 gemacht werden. Sie sind gegriffen auf Grund einer Aufarbeitung der Etats
sinzelner Großstädte unter Berücksichtigung des international ziemlich gleichen Verhältnisses,
 in dem die Ausgaben großer und kleiner Gemeinden für die einzelnen Ausgabezwecke
 zu ihrem Gesamtfinanzbedarf stehen. Es läßt sich nämlich an Hand der
Gemeindefinanzstatistiken anderer Länder zeigen, daß mit sinkender Gemeindegröße
der Anteil der Ausgaben für das Wegewesen und in geringerem Maße auch jener für
das Bildungswesen am gesamten Finanzbedarf steigt, während der Anteil des sozialen
Bedarfs erheblich sinkt. Diese statistische Gesetzmäßigkeit wurde auch bei Frankreich
vorausgesetzt.
Es scheint so, als ob die gesamten französischen Ausgaben für Wirtschaft und
Verkehr auf Grund des sehr .viel größeren Wegenetzes als in Großbritannien im
Rahmen des Verwaltungsbedarfs einen geringfügig höheren Anteil ausmachen würden.

Straßen und Wege!)

Gebietskörperschaft

Staab 00.0.0000. ..
Provinzen sei eererk rennen
Gemeinden ........... _-Großbri-


 1925
{je1 000
km | Einwohner


Frankreich | Belgien Italien
1924 1927 1928
[202 000, je 1000 ; je 1000
km Ein- ı km | Ein- | km | Kinwohner
 wohner wohner

—- 39 334 9,7 8735
62813! 13,9 12922 3,0 1572
222315 | 49,4 557002 137,2 33951
i RL SS 149,9 | 44.258

11,2
„20

20778 | 5,2

| ——

Man kann annehmen, daß in Frankreich mehr als die Hälfte dieser Ausgaben von
den Departements und Gemeinden vollzogen werden und daß sie der bedeutendste Posten
(mindestens 25 vH. gegen 15 vH in Großbritannien) in ihrem Haushalt sind, während die
sozialen Ausgaben in dem der großbritannischen Selbstverwaltungsverbände den größten
Anteil ausmachen (etwa 40 vH). Die Deckung der gemeindlichen Verkehrsausgaben erfolgt
 in Großbritannien zu einem bedeutenden Teil aus staatlichen Überweisungen, in
Frankreich, ist die Beteiligung des Staates gering. Je Kopf der Bevölkerung betrachtet,
rückt der französische Finanzbedarf für Wirtschaft und Verkehr ziemlich an die Kopflast
in Großbritannien heran.
Die sozialen Ausgaben Großbritanniens rühren her von der großen Zahl der
unterstützten Arbeitslosen und Armen, von denen die meisten infolge Fehlens der Subsistenzmittel
 einer vollen Unterstützung, nicht lediglich einer Teilunterstützung, wie in
Frankreich bedürfen.

1) Infolge der vielfach verschiedenen methodischen Grundlagen ist die Vergleichbarkeit auch dieser Ziffern sehr beschränkt.</div>
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