31 aber ist wohl das Messergeld der Chinesen, von welchem sogar behauptet worden ist, daß aus dem runden, viereckig durchlochten Handgriffknauf desselben der Kösch, d. h. die Bronze- oder Messingmünze, sich entwickelt habe®). Auch die Edelmetalle traten frühzeitig als Geld in Ver- wendung. Vor allem Gold, das reichlich vorhanden war, später auch Silber in Barren. Nach Edkins wäre im Norden, d. h. dem Binnenland, Getreide und Kupfer; in der Mitte Kupfergeld, im Süden Gold und Silber verwendet worden. Die südlichen Pro- vinzen besaßen einen reichen Handel, unter anderm auch mit Indien’). Arabische Kaufleute brachten Silber in die Häfen des Südens, vor allem nach Kanton. Früher als anderwärts kam in China das Papiergeld auf. Das Papier ist im 2. Jahrhundert n. Chr. in China eingeführt worden. Man bediente sich seiner zuerst im privaten Verkehr der Kauf- leute und Banken. Der Gebrauch des Holzstockdrucks reicht bis ins 6. Jahrhundert zurück. Etwa seit dem 9. Jahrhundert begann der Staat sich des Notengeldes zu bemächtigen und die Noten- emission selbst zu besorgen?). Als im 11. Jahrhundert die Re- gierung infolge Kupfermangels das Eisengeld begünstigte, kam dies dem Notengeld zustatten. Derselbe Mangel führte im ı2. Jahrhunderte die neuen tartarischen Eroberer Nordchinas dazu, eine Papiergeldwährung aufrechtzuhalten, um nicht von dem Süden in Abhängigkeit zu geraten, wo hauptsächlich die Meralle (Gold, Silber und Kupfer) gefunden wurden*). Umgekehrt wurde 1173 die Ausfuhr von Silber und Seide nach dem Norden verboten*). Der bekannte Bericht des Venetianers Marco Polo vom Ende des 13. Jahrhunderts!) enthüllt uns ein Bild fortgeschrit- 8) Ridgeway, The origin etc. S. 157; vgl. dagegen jedoch Herb. Mueller, Mitteil. d, Seminars f. orient. Sprachen 22, Abt. ı (1919), S. ı1 ff. ') Jos. Edkins, Chinese Currency 1890. S. 2, ı. Spalte. $\ Vgl. Ad. Friedmann, Über Papiergeld und Kerbhölzer der Chinesen. Numismat. Zschr. Wien (1929), 62, 69 f£., bes. 74 ff. %) Edkins. S. 8, 2. Spalte. ©) Vgl. E. H. Parker, China, her history, diplomacy and commerce. London ı901, S. 55. Ve 1) Die Zweifel M. Webers (gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, t, 287 n. 7) an der Richtigkeit der Schilderung Marco Polos sind wohl kaum