33 hat nach der Entdeckung von Amerika der Silberreichtum von dort durch den lebhaften Handel mit den Häfen Südchinas diesem Metall das Übergewicht im 16. Jahrhundert verschafft. Das Kupfer war deshalb so verbreitet, weil ein reicher Kupfersegen die äußere Möglichkeit dazu bot (in Jünnan und Kweitschou), dann aber auch aus dem Grunde, weil die Geringwertigkeit der Kupfermünzen für den Kleinzahlungsverkehr des Alltags sich be- sonders eignete, während das Silber lange Zeit nur in der für den Handel schwerfälligen Barrenform umlief und jeweils erst auf seinen Feingehalt geprüft werden mußte”). Auch das Gold, das überwiegend aus den Flüssen gewaschen wurde, war nicht zur Münzung verwendet, sondern nach Gewicht in Zahlung ge- nommen?). Für den Kleinverkehr wurde auch zu Marco Polos Zeit das Salz verwendet, das gesotten in Gußformen von be- stimmtem Gewicht umlief und zu dem Beutel Gold in fester Relation stand (80: 1)*). In der neueren Zeit trat an die Stelle des Salzes in dieser Funktion der Tee. Höchst instruktiv ist daneben die Entwicklung in Japan. Dort herrschte die Naturalwirtschaft bis ins 18. Jahrhundert. Vor allem diente der Reis als Naturalgeld??). Er wurde auch für die Entlohnung der Handwerker verwendet sowie zur Ausstattung der Vasallen, der großen Lehensherren und Ritter®”). Auch in Japan kam daneben Metallgeld schon frühzeitig vor. Sicher im 5. Jahrhundert n. Chr., u. ZW. Kupfergeld. Im 7. Jahrhundert ist auch eine Silberproduktion nachweisbar und Silbergeld im Um- lauf, was ein Verbot von 683 beweist. Gold und Silber wurden als besonders wertvolle Metalle betrachtet. Schon 713 ist die Steuer des Volkes anstatt der verschiedenen Sachgüter in Kupfer- geld veranschlagt. Das Gold wurde in dieser Frühzeit nicht zur Vermünzung, sondern vornehmlich zu Schmuckzwecken ver- wendet. Vom 10. bis 16. Jahrhundert wurde die Kupfermünzung nicht vom Kaiser, sondern privat durch die mächtigen Stämme ausgeführt. welche in ihren Provinzen die Minen besaßen. Gold- 1) Vgl. Max Weber a. a. O. S. 288 £. 2) Edkins a.a.0O. S.9f., besonders S. 10, 1. Spalte, sowie Ridgeway a.a. O0. S. 23. 2) So berichtet Marco Polo, vgl. Ridgeway a. a. O. S. 23, N. %) Vgl. Matsuyo Takizawa, The penetration of money economy in Japan and its effects upon social and political institutions. New York 1927, S. 19. ®%) Ebda. S. 29 ff. Dopsch, Naturalwirtschaft.