35 war das Verhältnis vom Reisgeld zum Metallgeld unter dem Volke wie 3: 1%). Tatsächlich hatten einzelne Feudalherren soviel Gold und Silber, daß sie die Besoldung ihrer Vasallen damit be- zahlen konnten?). Die herrschende Klasse gab ihr Gold und Silber für Luxuswaren aus, die in größerer Menge und Mannig- faltigkeit seit dem 18. Jahrhundert hergestellt wurden. Aber die Vertrautheit mit dem Metallgeld war immer noch so gering, und das Volk so gewöhnt, als Wertmesser den Reis zu betrachten, daß in zahlreichen Rechnungen über Einnahmen und Ausgaben die einzelnen Posten der Metallgeldrechnung in entsprechenden Werten des Reises wiederholt wurden, um jene klar zu machen. Ja, es galt geradezu als ein Verstoß gegen die Etikette der ritter- lichen Klasse, über Geldangelegenheiten zu sprechen oder daran zu denken. Ein Samurai betrachtete es als Schande, Geld anzu- rühren, und wenn ihm Geld geschenkt wurde, so sah er es als große Beleidigung an. Die Geldangelegenheiten wurden von einem Beamten niederen Grades besorgt, und er war stolz darauf, seinen Freunden zu zeigen, daß er nicht einmal wußte, wie man mit Geld rechnete. In jener Zeit war das Metallgeld hauptsächlich für den Außenhandel verwendet. Ausländische Kaufleute, besonders Spanier, Portugiesen, Holländer und Engländer, brachten zahl- reiche und verschiedene Luxuswaren ins Land und fanden an den Landherren gute Kunden. Die Ausfuhr von Gold war für die Zeit von 1648—1708 sehr bedeutend?*). Dieser Import von Luxuswaren hatte nun zur Folge, daß die Gewerbsleute in Japan selbst neue Modeartikel erzeugten. Und die großen Herren waren so verschwenderisch in ihren Verbrauch, daß im Verlaufe eines Jahrhunderts sehr viel von dem Gold und Silber aus ihrer Hand in jene der Händler überging??). 2%) A.a.O. S. 35. Allerdings scheint mir die Schlußfolgerung Frl. Taki- zawas nicht gesichert. Denn daß ein Drittel der Steuer von allem Bodenertrag in Silbermünze zu entrichten war, beweist an sich noch keineswegs die Richtigkeit der Annahme Takizawas. Es könnte m. E. das Verhältnis von Natural- und Edelmetallgeld ein anderes gewesen sein. ®) Das hebt Takizawa doch selbst hervor. A.a.O. *) Sie betrug 2,397.600 Ryo (1 Ryo — 10°64 Yen; ı Yen — 498 Cent); die von Silber 374—229 Kwamme (1 Kwamme — 1000 Momme; 60 Momme = 1 Ryo), während jene von Kupfer in der Zeit von 1663—1707 1.114,498.700 Kin (1 Kin = 160 Momme) ausmachte, A.a.O. S. 36. 27) Ebda. Hier wäre allerdings die Darstellung Frl. Takizawas an der