39 Preistaxen vom Jahre 1736 hervorgerufen“), sondern vielmehr die unmittelbare Folge der häufigen Münzerneuerung, welche gerade in der Zeit von 1695 bis 1712 erfolgte! {ch habe hier absichtlich meine Darlegungen ausführlicher gehalten, weil die Nachweise, welche wir Takizawas neuem Werke verdanken, uns mehrfach wichtige Einblicke in den Zu- sammenhang der Naturalwirtschaft mit der Geldwirtschaft er- möglichen, zudem auch allgemein bedeutsame Vorgänge hier sich feststellen lassen, die kläiärende Analogien zu der Wirtschafts- geschichte Europas in der Frühzeit des „dunklen“ und quellen- armen Mittelalters zu bieten vermögen. Vor allem tritt klar zutage, daß die Ausbreitung der Geldwirtschaft an sich nicht immer als ökonomischer Fortschritt zu betrachten ist, besonders in Gebieten überwiegend landwirtschaftlicher Produktion, falls nicht auch entsprechende Absatzmöglichkeiten für letztere und ein genügender Auslandmarkt vorhanden sind. Die fiskalische Ausbeutung des Münzregales und die künstliche Beeinflussung der Preisbildung durch den Staat wirkten da ebenso nachteilig wie im Mittelalter europäischer Wirtschaftsentwicklung. Das Wieder- aufleben der Naturalwirtschaft auch in moderner Zeit (18. Jahr- hundert) kann hier nicht als Rückfall in primitive Kulturformen angesehen werden, sondern bedeutet geradezu eine ökonomische Notwendigkeit für die Existenz der landwirtschaftenden Be- völkerungsklassen gegenüber‘ Mißständen, welche durch die Geld- wirtschaft gezeitigt wurden, ohne daß eine ausgleichende Wirt- schaftspolitik der Inhaber staatlicher Machtgewalt Abhilfe ge- schaffen hätte. Ostasien stand, wie bereits erwähnt worden ist, mehrfach in Beziehungen zu Indien. Auch die Entwicklung dort wird man nicht, wie dies bisher. vielfach geschehen ist, einheitlich fassen können. Selbst Max Weber hat ja gemeint, daß die Naturalwirt- schaft noch um das Jahr 1000 n. Chr. dort ausschließlich ge- herrscht habe, die Geldwirtschaft aber erst nachher, stoßweise eingedrungen sei, u. zw. mit Hilfe des Privatkapitals®?). Jedoch läßt sich bereits für das Jahrtausend v. Chr. aus den zeit- genössischen Literaturdenkmälern nachweisen, daß damals schon %) Dieser falsche Eindruck könnte durch die nichtsynchronistische An- ordnung in der Darstellung Takizawas (S. 44) leicht hervorgerufen werden. ®) Gesam. Aufsätze zur Religionssoziologie 2, 70 (1921).