49 nehmen, es sei damit gegen die Verteuerung dieser für die Be- völkerung so notwendigen Güter Stellung genommen worden. Denn je mehr die Geldwirtschaft auch die agrarwirtschaftliche Produktion erfaßte, desto teurer mußten gerade diese Güter werden. Tatsache ist, daß schon im 4. Jahrhundert v. Chr. der König das Volk bei der Bekämpfung der Monopole und Kartelle der Kaufleute (Preisbestimmung) unterstützte”). Gewiß spielte auch in Indien die Naturalwirtschaft in der älteren Zeit, jedoch nicht nur in dieser, eine große Rolle, aber es ist keineswegs so gewesen, daß die Geldwirtschaft in Altindien völlig fehlte. Das beweisen unter anderem auch Bestimmungen, die doch Pran Nath selbst erwähnt hat. So z. B. sind Strafen für Brahmanen vorgesehen für Diebstahl von Geld!®) Offenbar war dieser auch in jener älteren Zeit keineswegs selten, wenn selbst bei Priestern und Lehrern solche Fälle vorkamen. Ferner beweist auch das, was über Steuern und Abgaben an den Staat ausgeführt wird®), die Duplizität der Wirtschaft. Die agrarwirtschaftlich produzierenden Bevölkerungsklassen leisten in Prozenten ihrer Bodenprodukte, die Kaufleute dagegen sollen dem König ihre Waren zu niedrigerem Preise abgeben, d. h. also, sie steuern tat- sächlich in Geld. Auch in der späteren Periode, in welcher nach Pran Nath der Übergang zur Geldwirtschaft bereits eingetreten war, ist diese Duplizität der Leistungen wieder zu bemerken. Die Bezahlung der Fergen bei Übersetzung von Flüssen wird von den Dorf- bewohnern, will sagen Bauern (Landwirten), in Nahrungsmitteln, von den anderen Leuten aber in Geld geleistet*). Hier macht Pran Nath selbst übrigens eine überaus bezeichnende Bemerkung: „die übrigen Löhne betreffen hauptsächlich Kaufleute, die ja immer Bedarfan Geldmünzen hatten®).“ Endlich noch eine wichtige Beobachtung über die in Alt- indien tatsächlich gebrauchten Münzen. Pran Nath führt daselbst aus: „Nicht erst zur Zeit Kautilyas (in der doch die Geldwirt- schaft erst aufgetreten sein soll!), sondern schon viele Jahrhunderte 79) Pran Nath a.a.O. S. 21. ©) Pran Nath a.a.O. S.9 n. 20. %) Ebda. S. 11. ») A.a.O. S. 13. 3) Ebda, S. 14. Dopsch, Naturalwirtschaft.