31 da viel Sumpfland und Wüste, in Assyrien aber das Gebirge ihn empfindlich beschränkten. Auch die Schwierigkeiten entsprechender Bewässerung machten sich geltend®). Sehr frühzeitig, vielleicht eher als bei anderen Völkern des Orients, hat sich gerade hier Handel und Verkehr entwickelt, wie schon die Tatsache beweist, daß die Nachbarvölker zahlreiche technische Ausdrücke auf diesem Gebiete aus dem Babylonischen entlehnten*). Bildete.der Handel neben den schon in der älteren Zeit reich entwickelten Gewerben einen wichtigen Zweig wirtschaftlicher Betätigung, so wird auch verständlich, was über die Natural- und Geldwirtschaft festgestellt werden konnte. „Die Metalle haben schon in den ältesten be- kannten Epochen den Wertmesser der Waren gebildet, oder man befand sich wenigstens in dem Übergange von der Natural- zur Geldwirtschaft.“ Dieses Urteil eines der besten Kenner der Kulturgeschichte Babyloniens und Assyriens scheint mir recht charakteristisch, so unsicher es auch klingen mag. Tatsächlich werden wir auch hier wieder genauer nach verschiedenen Wirt- schaftskreisen zu scheiden haben. In der ältesten Zeit sollten die Steuern eigentlich in Naturalien (Schafen, Limmern und Fischen) entrichtet werden. Die Zusatzbestimmung, daß in Ermangelung eines weißen Schafes die Hirten Geld dafür entrichteten®), beweist deutlich, daß diese Naturalien eben Steuern der viehzucht- treibenden Bevölkerungsklasse gewesen sind. Ebenso kann die Verwendung von Getreide als Geld gedeutet werden. Sie tritt bei Kauf und Verkauf von Grundstücken besonders auf. Und das ist verständlich, weil eben für die agrarwirtschaftlichen Kreise auch die Bodenprodukte vor allem zu Geldzwecken dienten. Es ist aber zugleich auch schon bemerkt worden, daß in solchen Fällen die Preise zunächst zwar in Getreide angegeben, dann aber in Münz- geld umgerechnet erscheinen®*). Der Preis von Mobilien dagegen wurde im Silberwerte angegeben. Als Münzgeld diente in Babylonien in der ältesten Zeit das Kupfer, während im alten Assyrien Blei das gewöhnliche Zahlungs- mittel bildete. Beide wurden dann im 3. Jahrtausend v. Chr. durch °°) Vgl. Br. Meissner, Babylonien und Assyrien. (Kulturgesch. Bibl. von W.Foy ı.) ı, 187 ff. (1920). %) Ebda. S. 336. ”) Ebda. S. 355. ®) Ebda. S. 355 n. $.