30 aus eigenem produzieren. Die Masse der Perser waren Bauern, die ihre Felder selbst bestellten!*?). Wir sind leider bis jetzt über die Wirtschaft der privaten Bevölkerungsmassen weniger gut unter- richtet als etwa in Babylonien oder Assyrien. Aber wir dürfen doch annehmen, daß diese privaten Verhältnisse, die im Reiche der Babylonier und Assyrier vor der Perserherrschaft, z. B. in dem Gesetzbuche Hammurapis und anderen Denkmälern, deutlich werden, sich nicht wesentlich geändert haben dürften, als die Perser im 6. Jahrhundert v. Chr. diese weiten Gebiete eroberten. Und dies um so weniger, als ja auch sonst bekannt ist, daß die Perserkönige, anders als frühere Großeroberer, sich gegenüber den unterworfenen Ländern eher konservativ verhielten und sie mit kluger Schonung ihrer lokalen, religiösen und wirtschaftlichen Interessen zu gewinnen suchten**?), Jedenfalls mußte gerade dieses neue Großreich, das sich von Kleinasien bis nach Indien hin ausdehnte und anderseits über Syrien nach Ägypten reichte, auch neue Handelsbeziehungen er- öffnen und Verbindungen herstellen, die zuvor entweder gar nicht vorhanden, oder doch mindestens durch empfindliche Schwierigkeiten gehemmt waren. Ich erinnere nur an die Be- deutung, welche damals schon Arabien im Handel erlangt hatte**), Die Beduinenstämme vermitteln die Produkte Südarabiens (Weih- rauch, Myrrhen, Balsam sowie auch Gold) gegen Ägypten ebenso- wohl wie nach Babylon. An den Götterfesten finden die großen Messen statt, bei denen die Waren ausgetauscht werden. Die Karawanenwege gingen bis ins Mittelmeergebiet. Der König von Saba hat im Jahre 715 dem Sargon gehuldigt, und einer seiner Nachfolger hat die in Saba landende Flotte des Dareios freundlich aufgenommen. Die Umschiffung Arabiens ist für jene Zeit durch die Inschriften am Suezkanal urkundlich bezeugt. Wir sind damit zu Ägypten gelangt, dessen innere Ver- hältnisse ja heute von der Forschung aufs trefflichste dargestellt worden sind. Das alte Ägypten war ein ausgesprochenes Ackerbau- land, in welchem zunächst der innere Verkehr starken Schwierig- keiten begegnete. Vor allem bedingte die langgestreckte Gestalt des Landes große Entfernungen, die mit den vorhandenen 441) Ed. Meyer a.a. O0. 3, 37. *) Ebda: 5.26 und 55, 163, sowie Prafek a.2.O. 1, 230ff. und 2, 139. 3) Vgl. Ed. Meyer a.a.O. 3, 143; vgl. auch S. 99 £.