74 bald in Griechenland ausgebildet“), Der gesamte Geldverkehr konzentrierte sich zunächst bei den Wechslern. Im An- und Verkauf fremder und Umwechslung der einheimischen Valuta liegt der Ur- sprung des griechischen Bankwesens. Je mehr die Zahl der im Handel verwendeten Münzsorten wuchs und je mehr deren Valuta beschränkt war, desto notwendiger war der Stand der Wechsler. Er übernahm bald- auch die Vermittlung von Zahlungen. Der Giro- verkehr war im 4. Jahrhunderte schon allgemein üblich. Auch Kreditbriefe kommen bereits vor. Der griechische Bankier des 4. Jahrhundertes führte zum mindesten schon zwei Bücher: ein Tage- buch, in das die der Bank überwiesenen Zahlungsaufträge und auch die erfolgten Auszahlungen notiert wurden, und ein Hauptbuch, in welchem jeder Kunde sein Konto mit Rubriken für das Debet und Kredit besaß. Haben auch, nach Hasebroek, ein interlokaler Kreditverkehr und Bankfilialen dieser Zeit noch gefehlt, und war der Barverkehr hier üblich“), so haben die Banken am selben Ort doch in Verkehr gestanden. Ein System gegenseitiger Verbürgungen der Banken untereinander scheint üblich gewesen zu sein. Möglicherweise war schon ein Clearingsystem vorhanden, indem die athenischen Banken die Girokonten gegenseitig abrechneten und ein bargeldloser Ver- kehr durch einfache Überschreibung bei Zahlungen von Kunden durchgeführt wurde. Inhaber- und Ordrepapiere existieren bereits, dagegen kaum wohl der Wechsel. Ersetzt wurde er im griechischen Verkehrsleben bis zu einem gewissen Grade durch das Seedarlehen, das bedeu- tendste Spekulationsgeschäft des Altertums. Durch dasselbe wurden auch überseeische Zahlungen ausgeführt. Auch das Depositengeschäft war ein reges, indem man eine Beteiligung an Bankgeschäften in der Form verzinslicher Depositen als gute Kapitalsanlage betrachtete. Handelsgesellschaften haben gleichfalls nicht gefehlt. Doch sind große Handelsgesellschäften, insbesondere große Schiffahrts- gesellschaften, nicht gebildet worden. Der Zusammenschluß einer ganz kleinen Zahl, oft nur von zwei oder drei Personen, ist das Typische. Gewöhnlich war der Händler zugleich Eigentümer *) Vgl. J. Hasebroek, Zum griechisch. Bankwesen der klassischen Zeit. Hermes 55, 113. (1920). 3) Ebda. 133 ff.