Ra Bevölkerung zu abhängigen Hintersassen der städtischen Ka- pitalisten®*). Eine Umwandlung der Armee wurde zur Aufrecht- haltung der Weltmachtstellung Roms notwendig: sie war nicht mehr ein Bauernheer, sondern eine Armee von Proletariern und armen Landleuten, die jetzt auf lange Zeit Dienst machten und von berufsmäßigen Offizieren geführt wurden. Immer größere Anforde- rungen finanzieller Art wurden zu deren Unterhaltung notwendig. Das letzte vorchristliche Jahrhundert brachte die wirtschaft- liche Erschließung des Westens. Da die Verhältnisse im Osten damals nicht günstig waren, wandte sich die Menge der Aus- wanderer von Italien nach dem Neuland im Westen, um dort ihr Glück zu machen: Gallien, Spanien und Afrika®). Vor allem er- hielten die Städte Zuzug, der Handel sowie die Geldwirtschaft nahmen zu, insbesonders auch die Industrie (Keramik, Woll- und Metallindustrie). Die erste Periode der Kaiserzeit bewirkte infolge des Friedens einen Aufschwung der Landwirtschaft. Der Kaiser war selbst der größte unter den Grundherren, neben ihm treten solche der senatorischen und eines Teiles der ritterlichen Familien auf. Be- sonders Italien selbst erlebte eine neue Blüte der Landwirtschaft. Die Menge der Sklaven und Freigelassenen‘ wuchs beträchtlich. Die Städte erholten sich ebenso von den vorausgegangenen Kriegszeiten, und die Friedenszeit kam auch dem Handel nun zu statten. Neue Absatzplätze in Gallien, Spanien und den Donauländern wurden eröffnet. Bis nach China und Indien erstreckte sich jetzt dieser Handelsverkehr, in Afrika über Ägypten nach Nubien. Es war freilich meist ein Handel nur mit Luxuswaren. Wichtiger‘ war der interne Handel, da er die lebenswichtigsten Produkte umfaßte. Außer Getreide, Wein und Ol auch Metalle und Holz zum Schiff- bau. Endlich die Produkte der etrurischen und kampanischen In- dustrie, Keramik, Metall- und Glaswaren. Eine Industrialisierung auch der kleineren Städte Italiens,‘ wie Pompei. wird jetzt be- merkbar®*), Hervorgehoben soll werden, daß Syrien damals bedeutend hervortritt, sowohl im Weinexport wie in der Textilindustrie (Woll- und Leinenstoffe). %) Rostovtzeff a.a.O. S. 23. 5?) Ebda. S. 35. 3) Ebda. S. 72.