[94 Kriege mit Söldnern geführt werden. Diese aber wurden von einzelnen Herren oder Rittern angeworben und auch ihre Ausrüstung und Be- köstigung von diesen übernommen“). Der König bzw. Kaiser schloß mit ihnen Sold- und Beuteverträge ab. In Österreich, wo Kaiser Friedrich III. keine entsprechenden Bargeldsummen zur Verfügung hatte, blieb er den Sold meist schuldig, so daß die Söldnerführer sich durch Brandschatzungen und Plünderung des platten Landes selbst befriedigten oder vom Kaiser das Recht Münzen zu schlagen erhielten, was mit zur Münzverschlechterung beigetragen hat!*?). Diese Münzverschlechterung, welche im 15. Jahrhundert nicht nur in Deutschland, sondern zum Teil auch in England und Frank- reich eintrat, bewirkte eine Entwertung der in Geld geleisteten Zahlungen und Einkünfte. In Frankreich konnte dieser Umstand von dem erstarkten Königtum mit dazu ausgenützt werden, die Macht des grundbesitzenden Adels zu brechen, da er finanziell herabkam**). In Österreich wehrten sich die Grundherrschaften jetzt gegen die Umwandlung der Naturalzinse in eine Geldleistung, die von den Bauern angetrebt wurde?**). Die Aufrechterhaltung bzw. Wiederbelebung der Naturalwirt- schaft diente also auch da mehrfach dazu, die üblen Auswirkungen der Geldwirtschaft zu paralysieren, bzw. zu verhüten in einer Zeit als diese bereits weite Kreise ergriffen hatte und deren Träger (Städte) nunmehr auch auf die alten, großenteils noch naturalwirt- schaftlich arbeitenden Grundherrschaften (Adel und Kirche) sowie deren Hintersassen eine große Anziehungskraft ausübten, ja als Kreditgeber erstere auch zum Teil von sich abhängig machen konnten?!?), *7) Vgl. Gneist, Englische Verfassungsgesch. S. 291 ff.; Brodnitz a.a.O. 3 400; dazu auch Green, Town life ı, 259f. 12) Vgl. A. Huber, Gesch. Österreichs 3, 77 f. 133) Vgl. A. Landry, Essay &conomique sur les mutations des monnaies dans l’ancienne France de Philippe le Bel A Charles VII. (1910), S. 270. :4) Siehe oben S. 183, H. Wopfner über Tirol! ‘85) So z.B. in Österreich schon im 13. Jahrhundert. Vgl. den Bericht Jans Enenkls über Wien. Fürstenbuch MG. Deutsche Chron. IIT, 2, 634.