252 winnen vermochte („hamstern‘“). Eben diese durch die Angst vor einer Hungersnot erzeugte Aufstapelung der Güter hat erst recht die Größe des Angebotes vermindert, nachdem sie durch den vom Krieg erzeugten Massenbedarf für das Heer ohnedies schon stark beeinträchtigt war. Auf diese Weise wurden Konsument und Pro- duzent durch Behinderung des freien Marktes aneinandergerückt und eine unmittelbare Beziehung hergestellt, die das marktgängige Tauschmittel Geld ausschalten konnte, weil sie desselben nicht be- durfte. Nicht die Entwertung des Geldes hat diesen Naturaltausch herbeigeführt. Man konnte damals auch mit gutem Geld bei den Bauern mitunter nichts kaufen, da sie es vorzogen, die von ihnen benötigten oder gewünschten Sachgüter direkt und unmittelbar ein- zutauschen, wie z. B. Kleider oder Schmuck oder Tabak, ja auch Feldstecher und andere Gebrauchsgegenstände ganz persönlichen oder individuellen Bedarfes und ihrer Liebhaberei. Auch da kann man nicht von einer Naturalwirtschaft im ganzen sprechen, weil sehr viele Teile der Gesamtbevölkerung sich entweder überhaupt nicht daran beteiligen konnten, da sie die zum Tausche notwendigen Sachgüter nicht besaßen oder — was noch deutlicher die Fortdauer der Geldwirtschaft erweist — erst mit Geld dieselben ankaufen mußten, z. B. Tabak, Schnaps oder Petroleum, um daraufhin den Tausch damit bewerkstelligen zu können. Endlich soll nicht unbeachtet bleiben, daß gerade die großen Konsumenten, vor allem der Staat selbst, die Landes- und Stadtver- waltungen an dieser „Naturalwirtschaft“ gar nicht teil hatten, sondern mit Geld zahlten. Sie war also auch in dieser Beziehung be- schränkt und vermochte die Geldwirtschaft tatsächlich nicht zu er- setzen. Wäre wirklich ein Rückfall in die Naturalwirtschaft auf der ganzen Linie eingetreten, so hätte die Wiederherstellung der Geld- wirtschaft auch nicht in so kurzer Zeit erfolgen können, wie es doch tatsächlich auch nach der Ansicht jener geschehen ist, die von einem solchen „Rückfall“ sprechen.