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        <title>Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte</title>
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            <surname>Dopsch</surname>
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schaft war... Was wir aus anderen gleichzeitigen Quellen der
byzantinischen Geschichte wissen, deute auf eine Naturalwirtschaft,
 bei der insbesondere für einen „industrielle Produkte“ vermittelnden
 Handel wenig Bedürfnis war.
Ebenso widerspruchsvoll ist auch die Beurteilung der Wirtschaftspolitik
 des Byzantinischen Reiches. Die einen behaupten,
daß den Grundherrschaften dort nicht die verhängnisvolle Bedeutung
 zukomme, wie sie gegenüber den Hintersassen derselben
im Westen gewöhnlich angenommen wird, derart, daß ım Osten
sich freie, wenigstens vom Grundherren freie Bauernschaften erhalten
 haben‘). Auf der andern Seite steht die These von der
Übermacht des Großgrundbesitzes, der hauswirtschaftlich auf
seinen Riesenkomplexen arbeitete und eine Aufsaugung des bäuerlichen
 Einzelbesitzes bewirkt habe’). Die Maßnahmen der byzantinischen
 Wirtschaftspolitik seien negativ gewesen und hätten den
Prozeß der Herabdrückung der Bauern zu Grundhörigen nicht
aufhalten können. Sie beschränkten sich im wesentlichen ebenso
auf Verbote wie die gewerbepolitischen Maßnahmen der Kaiser,
die ein Reglementierungssystem offenbarten, wie es vollständiger
kein merkantilistisches Regime sich ausdenken konnte.
Diese so verschiedene Darstellung der byzantinischen Wirtschaft
 beruht auf dem verschiedenen Blickpunkt, von dem aus
die einzelnen Forscher sie betrachtet haben. Ich glaube, daß der
Widerspruch nur scheinbar ist und sich auflösen läßt, sobald wir
die Belege und Quellen, die zur Verfügung stehen, näher prüfen.
Vor allem werden wir auch da keine einheitliche Form der Wirtschaft
 annehmen dürfen. Wir müssen vielmehr scheiden, u. zW.
sowohl der Zeit nach als auch nach den einzelnen Provinzen des
Byzantinischen Reiches. Dasselbe stellt die Fortsetzung der hellenistischen
 Wirtschaft dar, die bereits eine bedeutende Entwicklung
der Geldwirtschaft gekannt hat. Wir konnten bei der Betrachtung
jener Periode®) aber auch bereits konstatieren, daß trotzdem in
manchen Teilen der hellenistischen Reiche noch eine sehr starke
Naturalwirtschaft bestanden hat.
Nach der Aufteilung des alten römischen Großreiches (395)
dauerten im Ostreich diese Verhältnisse fort. Wohl fand ein

5 L.M. Hartmann a. a. 0. S. ırf.
5) Gehrig a.a.O. S. 595 f.
3 Siehe oben S.78 ff,</div>
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