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        <title>Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte</title>
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            <surname>Dopsch</surname>
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Zeit Staatsanleihen unbekannt waren und es keine Nationalbanken
gegeben habe zur Ansammlung eines Reservefonds in Gold. Nun
hat E. Stein, obwohl er im ganzen Andreades beipflichtet, doch
konstatiert, daß schon in der frühbyzantinischen Zeit Staatsanleihen
 aufgenommen wurden, so z. B. im 6. Jahrhundert**).
Überdies fungierten die toanetiton wie in der griechischen Zeit
auch jetzt als Depositenbanken*). Und bei den nahen Beziehungen,
 welche der Staat zu diesen Bankiers unterhielt, konnte
er jederzeit sich ihrer auch für die Anlegung von Reservefonds
bedienen. Durch die neueste Forschung ist‘ überdies ausgeführt
worden‘), daß in der byzantinischen Zentralverwaltung spätestens
 im 8. Jahrhundert eine Abspaltung eingetreten ist, indem
besondere Schatzverwaltungen (Aufbewahrung, eventuell Anlage
der Gelder, Auszahlung auf Anweisung) abgezweigt wurden. Die
canx6Mhn (caxei\Mov) wird zur allgemeinen Staatsbank, während das
Beotıdg.ov die Naturaleinkünfte des Reiches bewahrt.
Seit dem 12. Jahrhundert verschwindet die cax€\A\n und ihre
Agenden wurden mit jenen des ßeotdoıov vereinigt, welches von
da an bis zum Ende des Reiches die Zentralkasse geblieben ist“).
Im 13. und 14. Jahrhundert wird, als infolge der Verluste an die
lateinischen Eroberer der Umfang des Reiches kleiner wurde,
eine starke Zentralisation des Finanzwesens durchgeführt. Das
Beorwigwov erscheint seit dieser Zeit nicht nur als Kasse und
Staatsbank, sondern auch als Einnahmen- und Domänenverwaltungsstelle.

Seit dem 11. Jahrhunderte, wo nicht früher, hat die Verpachtung
 der Steuern an Private“) die Ausbreitung der Geldgeschäfte
 und damit der Geldwirtschaft im ganzen noch vermehrt.
Ein großer Teil der Geldeinkünfte des Staates wurde für Heereszwecke
 aufgebraucht. Wohl schrumpfte das byzantinische Großreich
seit den lateinischen Eroberungen beträchtlich ein, allein es waren
auch jetzt immer noch größere Heeresmassen notwendig, um die
neuerstandenen Feinde, vor allem die seldschukischen Türken*?)\.

4) A.a.O. S. 156, vgl. ebda. S, 3.
45) Vgl, das &amp;amp;ta0xıxöv Pıßklov IM, 4 und IX, 4.
%) Dölger a.a.O. S. 14.
”) Ebda, S. 15.
») Ebda. S.75 f., sowie E. Stein a.a.O. S. 159. . .
#) Vgl. darüber L. Brentano a. a. O. S. 30 f., sowie E. Stein a. a. O. S. 159.</div>
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