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        <title>Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte</title>
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gehörte mit zu den wesentlichsten Aufgaben der Verwaltungs- 
behörden dieser Stadt®). 
In Rothenburg gab es Bauern, die das Bürgerrecht besaßen 
und anderseits Bürger, die Bauern- oder andere Güter zu eigen 
hatten. Die Einkünfte dieser Stadt und ihrer Bürger bestanden 
wesentlich in den Erträgen der Landwirtschaft*). Dort bestimmte 
der Stadtrat gemeinsam mit den herrschaftlichen Beamten jedes 
Jahr die Herbst- und Erntezeit und machte sodann die Herbst- 
und Ernteordnung bekannt®®). 
Besonders in den kleinen Städten, welche doch damals noch 
die Hauptmasse bildeten, können wir die engste Verbindung 
bürgerlichen und agrarischen Lebens beobachten (Bischofsheim, 
Ochsenfurth, Mergentheim, Heilbronn). Sogar in Heidelberg be- 
stand der Besitz der wohlhabenden Klassen hauptsächlich aus 
Grund und Boden, während für Großhandel kein Platz war. 
Aber selbst die bedeutenderen Städte, in welchen Gewerbe und 
Handel blühten, besaßen doch auch einen agrarischen Einschlag”). 
Selbst von Frankfurt a. M. hat ein neuerer Forscher geurteilt, 
daß der Stadt bis tief in das 16. Jahrhundert hinein noch der 
landwirtschaftliche Charakter eigen gewesen sei°). 
Diese neueren Jahrhunderte haben dann eine gewaltige Um- 
gestaltung des gesamten Wirtschaftslebens mehr oder weniger 
überall hervorgebracht, indem, um es kurz zu bezeichnen, die 
Industrie entstand, die alten Formen des Gewerbebetriebes 
immer mehr durch neue verdrängt wurden und ein Großbetrieb 
da sich entwickelt hat. Das bedeutete sicher eine Steigerung der 
Geldwirtschaft und des Kapitalismus. So ist diese Neugestaltung 
mit Recht gewöhnlich aufgefaßt worden. Aber wir werden uns 
doch auch fragen müssen, ob nur diese eine Folge dadurch bewirkt 
61) Vgl. Friedr. Schäfer, Wirtschafts- und Finanzgesch. der Reichsstadt 
Überlingen a. Bodensee in d. Jahren 1550—1628. O. Gierkes Untersuchungen Z. 
Deutschen Staats- u. Rechtsgesch. 44, 45 ff. (1893). 
82) Vgl. M. Lenz in Histor. Zschr. 77, 400 ff. (1896). Dazu auch 
H. W. Bensen, Histor. Unters. üb. d. ehemal. Reichsstadt Rothenburg (1837), 
Anhang 3. 
6) Vgl. die Ordnung v. 1541 bei v. Maurer a.a.0. 3, 7 n° 19. 
6) Vgl. Willy Andreas, Die Kulturbedeutung der deutschen Reichsstadt. 
Deutsche Vjschr. f. Literaturwiss. u. Geistesgesch. 6, 70 (1928). 
8%) Fr. Bothe, Beiträge zur Wirtschafts- u. Sozialgesch. der Reichsstadt 
Frankfurt (1906), S. 76.</div>
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