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        <title>Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte</title>
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            <surname>Dopsch</surname>
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Akkads (Babyloniens) zu versichern). Wahrscheinlich war die
Sache doch schon im 6. Jahrhundert v. Chr. in Übung, wenn auch
hier erst ein Ziel dieser Verleihungen deutlicher zutage tritt. Wir
begegnen wieder dem Zweck der militärischen Sicherung oder Beherrschung
 bestimmter Ländereien, in welchen diese Lehen erteilt
werden, ähnlich wie bei China. Militärkolonien also in neu eroberten
 oder unruhigen Landgebieten.
Das Lehensgrundstück wurde nach der Waffe bestimmt, die
sein Inhaber im Kriege zu führen hat. Es gab Bogengrundstücke,
Roßgrundstücke und Wagengrundstücke.
Gerade in Persien können wir nun beobachten, wie wenig
diese Militärlehen mit der Naturalwirtschaft zu tun haben. Die
Belege dafür stammen überwiegend aus den Geschäftspapieren
eines großen Handlungshauses, der „Firma MuraßSu“, das vom
Staate die einzelnen Steuern und Auflagen gepachtet hatte, dafür
aber die Geldgeschäfte der Krone besorgte**). Der persische König
jener Zeit hatte Geldeinkünfte genug?), so daß er jederzeit ın
Geld zahlen konnte. Jedoch hatte diese Ausstattung mit Grund und
Boden eben bei diesen militärischen Leistungen den besonderen
Zweck, daß mit der Bindung an ganz bestimmte Gebiete der
militärische Schutz dieser unmittelbar bewirkt werden konnte.
Das Lehenswesen gelangte dann im Neupersischen Reich unter
den Sassaniden zur vollen Entfaltung*), von dem wir wissen,
daß es über sehr bedeutende Schätze an gemünztem Geld verfügte?).
 Ja, es dauerte der Feudalismus auch im Mittelalter unter
der Türkenherrschaft fort und hat sich in Persien bis heute erhalten?®).

Hier lassen sich zur Aufklärung und Ergänzung jene bedeutsamen
 Erkenntnisse anschließen, welche die neuere Papyrusforschung
für die Ptolemäerzeit Ägyptens zutage gefördert hat.
Grund und Boden wurde in Losteilen (xAfgos) an Soldaten über-2)

 Ebda. S. 126.
2%) Ebda, S. 125.
»%) Vgl. oben S. 57.
%) Vgl. A. Christensen, L’empire des Sassanides. Det kongelige Danske
Videnskabernes Selskabs Skrifter histor. og filos. afd. ı, 8 ff. (1909).
27) Ebda. S. 59 (Chosro II a. 590-—628).
2%) Vgl. J. de Morgan, Feudalism in Persia. Annual Report of the
Smithsonian Institution, 1913, S. s79ff. (= Revue d’Ethnographie et de
Sociologie, Paris, 3, 169 ff. [1912]).</div>
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