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        <title>Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte</title>
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            <forname>Alfons</forname>
            <surname>Dopsch</surname>
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            <idno>1824546017</idno>
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Notwendigkeit, an eine künstliche Konstruktion (Max Webers)
weiter noch zu glauben, der vor allem auch die wesentliche
Voraussetzung fehlt. Diese Einrichtungen sind nicht erst in der
zweiten Hälfte des 3., oder gar erst im 4. Jahrhunderte getroffen
worden, so daß sie als Folgeerscheinungen der im 3. Jahrhundert
sich vollziehenden Geldentwertung oder gar völligen Geldmangels
angesehen werden müßten, sie waren vielmehr vordem schon da,
und es wird uns ausdrücklich gemeldet, daß derselbe Kaiser, der
sie geschaffen hat, noch im 2. Jahrhundert den Sold erhöht habe.
Schon Grosse hat die Darstellung Seecks berichtigt‘), als ob
ein gänzlicher Rückfall in rein naturalwirtschaftliche Zustände
eingetreten sei. Sehr bald trat eine Reaktion ein, indem die
adaeratio, die Umlegung der Naturalsteuer in Geld, üblich wurde.
Die Offiziere verlangten schon zur Zeit Konstantins (323—337)
von den Provinzialen anstatt der Lebensmittel Geld. Also muß
die Fähigkeit, in Geld zu zahlen, schon Anfang des 4. Jahrhunderts
 vorhanden gewesen sein.
So können wir also bei einer ganzen Anzahl von Staaten
und Völkern seit der ältesten Zeit von China herwärts verfolgen.
daß das Lehenswesen bestand, ohne durch die Naturalwirtschaft
bedingt zu sein. Es hatte vielmehr andere, vielfach politische
Zwecke und tritt im Altertum auch dort auf, wo Geldwirtschaft
vorhanden war.
Das wird nun auch für das frühe Mittelalter
Beachtung heischen. Die ältere Forschung über diese Zeit, welche
noch immer Vertreter, auch in der allerletzten Zeit aufzuweisen
hat’), ging von zwei grundlegenden Voraussetzungen aus, die
sich beide als Irrtümer erwiesen haben. Einmal, daß das Lehenswesen
 im Frankenreiche erst im 8. Jahrhundert, unter Karl
Martell, entstanden sei, als er angeblich zum erstenmal eine
schwere Reitertruppe gegen die Araber aufgestellt habe; anderseits
 aber, daß die Zeit der Karolinger eine Periode reiner
Naturalwirtschaft gewesen sei. Das Lehenswesen war im Franken-%)

 Röm. Militärgesch. S. 245.
#7) So F. Keutgen, Der deutsche Staat des Mittelalters (1918), S. 46, danach
auch H. Voltelini, Prekarie und Benefizium. Vjschr. f. Soz. u. Wirt. Gesch. 16,
305 (922), sowie Cl. v. Schwerin, Deutsche Rechtsgesch. von H. Brunner,
z. Aufl, 2, 277 £. (1928), der sich bemüht, die Anschauungen Brunners als für
alle Zeiten unabänderlich zu erweisen.

Dopsch, Naturalwirtschaft.</div>
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