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schließen. Zwar ist in der Literatur gelegentlich etwas Derartiges
versucht worden, indem man darauf hinwies, daß die Sprache einen
Unterschied zwischen „unternehmen“ und „übernehmen“ mache?); aber
dieser Sprachgebrauch besagt für unser Problem gar nichts. Kein
Unbefangener würde zögern, eine Werft, eine Lokomotivenfabrik, eine
Brückenbauanstalt, auch wenn sie nur auf Bestellung produzieren, als
Unternehmungen zu bezeichnen. Übrigens war im Sprachgebrauch
des Alltags ein Tiefbauunternehmer, der nie für eine unbestimmte
künftige Nachfrage, sondern stets nur auf Grund eines Auftrages
tätig wurde, schlechthin der Typ des „Unternehmers“.
Völlig verfehlt scheint mir die oft vertretene Ansicht, eine
Unternehmung sei die Zusammenfassung der drei Produktionsfaktoren:
 Natur, Kapital?) und Arbeit. Man braucht sich doch nur
einmal an eine Großhandels-, Bank- oder Versicherungsunternehmung
zu erinnern, um zu sehen, daß man das Wesen dieser Erscheinungen
unmöglich dadurch erklären kann, daß man sie eine Zusammenfassung
 von Natur, produzierten Produktionsmitteln und Arbeit nennt!
Auch die Verwendung von Kapital (das Wort jetzt in
dem sprachüblichen Sinne verstanden ®) habe ich nicht als Wesensmerkmal
 der Unternehmung angeführt. Zwar spielt sie bei den
meisten Unternehmungen eine große Rolle, aber notwendig ist sie
für den Unternehmungsbegriff nicht, da es auch selbständige Erı)

 Vgl. H. von Mangoldt, Die Lehre vom Unternehmergewinn. Leipzig
1855. S. 34 1f., de rs., Volkswirtschaftslehre. Stuttgart (1868). S.232ff., Bücher,
Die Entstehung der Volkswirtschaft, I. 10. Aufl. S. 129.
In besonderem Maße hat früher Liefmann diesen Gedanken in den Vordergrund
 geschoben. In seiner Schrift: „Die Unternehmerverbände‘‘ (Freiburg i. B. 1897),
S. 20 erklärt er „die Tätigkeit für eine zukünftige unbestimmte Nachfrage, die Antizipation
 des Bedarfs und die Tätigkeit für denselben aus eigenem Entschluß“‘‘ für ein
Wesensmerkmal des Unternehmers, und fährt dann fort: „Wenn ‚unternehmen‘ die
tauschwirtschaftliche Tätigkeit für eine unbestimmte, zukünftige Nachfrage aus eigenem
Entschluß bezeichnet, so steht es in naturgemäßem sprachlichen Gegensatz zu ‚übernehmen‘,
 das im verkehrswirtschaftlichen Sinne eine tauschwirtschaftliche Tätigkeit
für andere auf Veranlassung derselben, auf Bestellung ausdrückt.“ Er rechnet dann
aber doch industrielle Betriebe, die nur auf Bestellung produzieren oder sogar nur
Lohnwerk übernehmen, zu den Unternehmungen, wenn sie ein größeres stehendes
Kapital riskieren. Damit ist als ein anderes Moment zum Wesensmerkmal der Unternehmung
 gemacht.
2?) Die Juristen, die eine solche Definition tibernehmen, wissen regelmäßig nicht,
daß Kapital in diesem Zusammenhang etwas ganz anderes als in dem ihnen geläufigen
und von ihnen gemeinten Sinn bedeutet, daß man nämlich bei dieser Dreiteilung
der Produktionsfaktoren unter Kapital nur produzierte Produktionsmittel versteht.
3) Vgl. Passow, ‚Kapitalismus‘, Jena 1918, S. 51 ff.