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Weil es nun doch recht gebildet klingt, wenn man mit Fremdworten
um sich wirft, hat man sich in Deutschland dieses Wortes bemächtigt,
 hat dann aber in Unkenntnis seiner ursprünglichen Bedeutung
— verleitet wohl durch den ähnlichen Klang des Wortes Konzentration
 — immer mehr das Wort, das im Englischen ein einzelnes
Unternehmen bedeutet, zur Bezeichnung einer Gruppe von mehreren
Unternehmungen verwendet‘?).
Das ist der Sinn, in dem der Ausdruck im gewöhnlichen
Sprachgebrauch, in der geschäftlichen Praxis und in der Handelspresse
 nicht immer, aber doch meist gebraucht wird. Manchmal will
man damit auch nur ein einzelnes Geschäft, insbesondere ein großes,
durch Verschmelzung mehrerer Unternehmungen entstandenes einheitliches
 Geschäft bezeichnen; aber in der überwiegenden Zahl der
Fälle liegt doch die Vorstellung von einer Gruppe verschiedener
Unternehmungen zugrunde ?).
Auch in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur
wird in neuerer Zeit das Wort Konzern mit Vorliebe gebraucht,
wobei man es aber oft — entsprechend der auch sonst zu beobachtenden
 Bedürfnislosigkeit hinsichtlich begrifflicher Klarheit — unterläßt,
 eine genaue Definition zu geben. Es gibt eine ganze Reihe
von Schriften, die sich schon dem Titel nach speziell mit Konzernen
beschäftigen, aber nicht klar darlegen, was sie unter einem Konzern
verstehen. Daneben finden sich anderwärts aber auch Definitionen

belastung betreffender Anlage wird da, wo der französische Text von entreprise, die
deutsche Übersetzung von Unternehmung spricht, im englischen Text der Ausdruck
concern (einmal auch undertaking) gebraucht.
1!) Da es sich um eine spezifisch deutsche Umbiegung der Wortbedeutung handelt,
 ist dieser Sinn den fremden Sprachen nicht geläufig. So wird das ‚„‚deutsche‘‘ Wort
Konzern im Englischen mit group (bisweilen auch mit trust), in der (inzwischen
auch ins Deutsche übersetzten) Schrift von Raphael, Le Roi de la Ruhr Hugo
Stinnes (Paris 1924) mit „consortium‘‘ wiedergegeben.
?) Vgl. dazu Brockhaus, Handbuch des Wissens, Bd. 2 (1923), s. v. Konzern:
 ‚„Handelsgeschäft, besonders die engere Verbindung mehrerer denselben Geschäftszweig
 betreibender großer Unternehmungen.‘
®*) Dahin gehören: Konzerne der Metallindustrie. Herausgegeben vom Deutschen
Metallarbeiter-Verband, 2. Aufl., Stuttgart 1924. — Ufermann und Hüglin,
Die AEG. Eine Darstellung des Konzerns der Allgemeinen Elektricitätsgesellschaft,
Berlin 1922. — Dieselben, Stinnes und seine Konzerne, Berlin (1924). — Wortmann,
 Die rheinisch-westfälischen Montankonzerne (Weltwirtschaftliches Archiv,
Bd. 18, S. 200*ff.). — Heymann, Der Bier- und Spritkonzern, Berlin 1923. —
Bolwin, Rückversicherung und Versicherungskonzerne (Zeitschrift für die gesamte
Versicherungswissenschaft, 1922, S. 308 ff.). — Zollinger, Der Aufbau des Brown-Boveri-Konzerns
 (Schweizerische Zeitschrift für Volkswirtschaft und Sozialpolitik,