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Unwesentlich für den Konzernbegriff ist es, ob es sich um
große oder kleine Unternehmungen handelt. Wesensmerkmal des
Konzerns ist weder, daß es sich um gleichartige, noch, daß es sich
um verschiedenartige Betriebe handelt. Sowohl das eine, wie das
andere kommt vor, daneben natürlich auch die Zusammenfassung
von gleichartigen und verschiedenartigen Unternehmungen in einem
Konzern.
Falsch ist es, die Konzernbildung als Erscheinung des „Effektenkapitalismus“
 zu bezeichnen, wie das bei der Vorliebe mancher für das
Wort Kapitalismus oft geschieht!), denn die Konzernbildung ist in keiner
Weise auf Unternehmungen beschränkt, deren Anteile die Effektenform
 besitzen. Zwar erleichtert die Form der Aktiengesellschaft (besonders
 bei den beherrschten Unternehmungen) die Konzernbildung
außerordentlich ?), und die Aktiengesellschaft spielt in den Konzernen
eine größere Rolle als andere Gesellschaftsformen (bei den späteren
Beispielen wird deshalb auch in erster Linie von ihr ausgegangen);
aber irgendwie begriffswesentlich ist sie nicht. Auch die Form der
Kommanditgesellschaft ermöglicht ähnliche Gruppenbildungen, und
tatsächlich haben sich ja etwa im Bankwesen schon früh (als die
Aktiengesellschaftsform für Banken nur ausnahmsweise zugelassen
wurde) Konzerne dadurch gebildet, daß ein Bankhaus (in der Hand
eines Einzelinhabers oder einer offenen Handelsgesellschaft) sich mit
einem Kranze von (weitgehend abhängigen) Kommanditen umgab.
Auch auf die Anteile der G.m.b.H. kann man den Ausdruck Effekten
nicht anwenden ®, und doch erfreut sich gerade die Form der G.m.b.H.
bei den Konzernen besonderer Beliebtheit).
Die einen Konzern bildenden Unternehmungen können im Ver-1)

 Darauf, daß bei der Anwendung des Ausdruckes Kapitalismus regelmäßig
entweder eine unrichtige Vorstellung von den Tatsachen des Wirtschaftslebens oder eine
sprachliche Inkorrektheit vorliegt, gehe ich an dieser Stelle nicht ein. Vgl. dazu meine
Schrift „Kapitalismus‘, Jena 1918.
2) Die anormalen Verhältnisse der Inflationszeit haben es in erhöhtem Maße
erleichtert, gerade Anteile von Aktiengesellschaften zusammenzukaufen und so ein
bisher unabhängiges Unternehmen unter fremde Botmäßigkeit zu bringen.
3) Liefmann, der den Ausdruck Effektenkapitalismus besonders gern
anwendet, bezeichnet (Beteiligungs- und Finanzierungsgesellschaften, 4. Aufl., Jena
1923, S. 20) als Effekten „vor allem“ Aktien und Obligationen. Die Effekten bilden einen
Spezialfall.der von ihm so genannten Kapital- oder Ertragspapiere (die wiederum eine
Unterart der Wertpapiere darstellen). Das Charakteristikum der Effekten liegt nach
ihm darin, daß es sich um Wertpapiere ‚„‚die in großer Menge generisch gleicher Stücke
vorkommen‘‘, handelt.
4) Umgekehrt sind die Obligationen Effekten; aber sie dienen nicht der Konzernbildung.
