Dry polistische Organisationen kennzeichnen wollen. Legt man diese weitere Bedeutung zugrunde, dann besagt aber der Ausdruck Monopol für den Kartellbegriff nichts anderes als das, was oben — weniger schlagwortmäßig, dafür aber auch weniger mißverständlich — als Zusammenschluß der „ausschlaggebenden Mehrheit der Konkurrenten eines Marktgebietes“ bezeichnet ist. Da durch solche Ausdrucksweise weniger Anlaß zu Mißverständnissen und Irrtümern gegeben wird, scheint es mir wünschenswert, ihn der Bezeichnung „monopolistische Organisation“ vorzuziehen ‘?). 6. Ausgeschlossen von dem Kartellbegriff werden die Arbeitnehmer- und die Arbeitgeberverbände. Damit soll in keiner Weise verkannt werden, daß zwischen ihnen und den Kartellen eine sehr weitgehende Verwandtschaft besteht. Was zunächst die Gewerkvereine (Gewerkschaften) der Arbeitnehmer anlangt, so handelt es sich auch bei ihnen um Verbände von Anbietern, die einander ohne Zusammenschluß als Konkurrenten gegenüberstehen würden. Die Verbandsbildung verfolgt, gerade wie bei den Kartellen, den Zweck, diese gegenseitige Konkurrenz einzuschränken?), und auch die Mittel, die die Gewerkschaften dabei anwenden, sind den Maßnahmen der Kartelle oft analog. In der Literatur ist deshalb auch oft anerkannt worden, daß die Arbeitnehmerverbände hinsichtlich ihrer Ziele und der Methoden ihres Vorgehens eine weitgehende Verwandtschaft mit den Kartellen haben. So sagte Brentano ®) 1890, nachdem er die Wettbewerbsverhältnisse beim Angebot von Arbeitskraft dargelegt hatte: ‚,Das einzige Mittel gegen jedwede Unfähig-1) Wenn man sich dafür entscheidet, auch bei Verbänden einer Vielzahl selbständiger Anbieter, die sich nur hinsichtlich der Verkaufskonditionen, der Produktionsmenge oder dgl. gewissen Beschränkungen unterworfen haben, von einer monopolistischen Organisation zu reden, dann muß man sich jedenfalls darüber klar sein, daß der Ausdruck monopolistische Organisationen mehr umfaßt als nur Kartelle. Spricht man also von Monopolbildungen, Monopolpreisen, Monopolkontrolle, so bedeutet das mehr als nur Kartellbildungen, Kartellpreise, Kartellkontrolle. 2) In den von Marx formulierten Resolutionen des Genfer Kongresses der ‚,Internationale‘ 1866 heißt es bei Erörterung der Gewerkschaften: ‚Die einzige soziale Macht auf der Seite der Arbeiter ist ihre Masse. Die Macht der Masse wird jedoch durch Uneinigkeit gebrochen. Die Zersplitterung der Arbeiter wird erzeugt und erhalten durch die unvermeidliche Konkurrenz unter sich selbst. Die Gewerkscha ften entstanden zuerst aus spontanen Versuchen von Arbeitern zur Beseitigung oder mindestens Einengung dieser Konkurrenz, um Vertragsbedingungen zu erringen, die sie wenigstens über die Stellung bloßer Sklaven erhoben.‘ (Abgedruckt im Anhang von Ka rl] Marx, Die Inauguraladresse der internationalen Arbeiter-Association, herausgegeben von Kautsky, Berlin 1922, S. 47). Schriften des Vereins für Sozialpolitik, Bd. 45, S. XXX f. 3\