3 > gewesen ist, zwecks Verhinderung von Preisschleudereien durch gemeinsame Vereinbarungen den Markt zu beeinflussen, und obwohl die Verhinderung von Preisschleudereien eine wichtige Voraus- setzung für Qualitätsarbeit ist, gehen im Laufe der letzten Jahre, soweit es die natürlichen Grenzen gestatten, immer mehr Kartelle dazu über, im Sinne der Förderung einer Qualitätsarbeit auch die Produktion der angeschlossenen Mitglieder zu beeinflussen.“ Die Stellungnahme zu allen vorstehend geschil- derten Versuchen, den Kartellbegriff zu ändern und zu erweitern, muß scharf ablehnend sein. Betrachtet man das Problem zunächst vom Standpunkt wirtschaftswissen- schaftlicher Begriffsbildung, so ist zu sagen, daß, wenn ein solch willkürliches Umspringen mit einigermaßen feststehenden wissen- schaftlichen Begriffen üblich werden sollte, jede Möglichkeit klarer Verständigung aufhören müßte. Man kann nicht jedesmal, wenn man auf eine Erscheinung stößt, die mit einem bestimmten Gebilde in irgendwelcher Hinsicht „verwandte Züge“ zeigt, sie mit dem gleichen Namen belegen. Aller verständigen Begriffsökonomie ent- spricht es, den Kartellbegriff zu beschränken auf Fälle, in denen es sich um Verbände aller oder nahezu aller Konkurrenten und um die Ausschaltung oder Milderung der Konkurrenz zwischen ihnen handelt. Hier liegt ein Tatbestand von so ausgesprochener Eigenart und so eminenter wirtschaftlicher Bedeutung vor, daß es unbedingt geboten ist, ihn gedanklich besonders zu erfassen und mit einem besonderen Namen zu belegen. Würde man nach dem Isay’schen Vorschlage verfahren, dann würde natürlich immer noch das Bedürfnis bestehen, innerhalb des weiten Sammelbegriffes die Fälle, die man bisher als Kartelle bezeichnete, begrifflich zusammenzufassen. Man hätte dann das erbauliche Resultat, daß man für den neuen weiteren Begriff, zu dessen Bildung überhaupt wenig Bedürfnis vorliegt, den alten in engerer Bedeutung eingebürgerten Ausdruck verwendete und daß für den engeren Begriff, den man immer wieder gebraucht, ein pas- sender Ausdruck fehlte! Es ist richtig, daß einige Autoren — ins- besondere Ingenieure! — bloße Normalisierungs- und Typisierungs- gemeinschaften als Fertigungskartelle bezeichnen, aber solch ein sa- lopper Sprachgebrauch darf nicht dazu führen, bewährte Begriffs- bildungen über den Haufen zu werfen. In tatsächlicher Hinsicht ist zu betonen, daß die Be- hauptung, die Kartelle hätten ihren Charakter gewandelt und dienten heutzutage in erster Linie der Produktionsförderung, in dieser Form sicherlich falsch ist. Richtig ist, daß manche Kartelle auch nach