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        <title>Die Statistik der Pendelwanderung</title>
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            <forname>Hermann</forname>
            <surname>Losch</surname>
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        XIX® £”°SION DE L*ISTITUT
INTERN A 8 AT 7 ST ATISTIQUE
TOKIO, 1930

Die Statistik der Pendelwanderung.
H. J. LOSCH,

LA HAYE, 1930
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        IF

XIX° SESSION DE L’INSTITUT
INTERNATIONAL DE STATISTIQUE
TOKIO, 1930

Die Statistik der Pendelwanderung.
H. J.|LOSCH.

LA HAYE, 1930
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        DIE STATISTIK DER PENDELWANDERUNG.
Mitteilung von Professor Dr. H. J. Losch.

Präsident des Württ., Statistischen Landesamts.

Inhalt: I Begriff und Bedeutung der Pendelwanderung — II. Statistik der
Pendelwanderung — 1. Inhalt der Statistik — 2, Die praktische Statistik
(Deutschland: Württemberg, Preussen, Hamburg: Schweiz) — III. Sehluss.

Die technischen und organisatorischen Verbesserungen unseres Ver-
kehrswesens haben in den letzten Jahrzehnten in Grossstädten und In-
dustriebezirken und in deren Umgebung eine neue Form der Wander-
bewegung, die Pendelwanderung, so sehr begünstigt und gefördert, dass
sie heute einen Massenvorgang darstellt. Der Pendelwanderer ist eine
typische Erscheinung des modernen grosstädtischen und des industriel-
lem Lebens geworden, die immer mehr die Aufmerksamkeit der Wirt-
schafts- und Kommunalpolitiker auf sich zieht.

Was ein Pendelwanderer ist und welche volkswirtschaftliche und
kommunale Bedeutung der neuen Wanderbewegung zukommt. mag in
kurzen Leitsätzen charakterisiert sein:

lL. Unter Pendelwanderern sind verstanden solche Personen,
welche nicht ausnahmsweise, sondern regelmässig ihre Berufsarbeit,
ihren Erwerb ausserhalb ihres Wohnorts (Gemeinde) haben.

Im Unterschiede von der Binnenwanderung (Zug nach den

Städten), welche zur Wohnsitzverlegung führt, ist die Pendelwan-

derung als Halbsässigkeit, Halbwanderung zu bezeichnen.

Während die Aus- und Einwanderung über Staatengrenzen in der

letzten ‚Zeit grosse Beachtung gefunden haben, desgleichen die Bin-

nenwanderungen, ist die Pendelwanderung wenig untersucht.

Sie ist aber auch zwischenstaatlich (Schweiz, Italien, Oester-

reich usw.) noch mehr aber innenstaatlich wichtig, weil sie

die Binnenwanderungen zum Teil zum Abflauen gebracht hat und
als durchaus neuzeitliche Anpassungserscheinung aufzufassen ist,

Die praktische Bedeutung der Pendelwanderung ergibt sich aus der

Fraglichkeit des Steuerwohnsitzes bezw, der Steuerausglei-

ehune.
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        +
D-

&amp;

YA

Die Pendelwanderung ist in erheblichem Umfang, z. B. in Württem-
"erg, eine Folge der neueren Verkehrsmittel (Eisenbahn, Rad, Stras-
senbahn, Motorrad, Auto). Der Radius wird dadurch stark erweitert.
Die mittelalterliche Stadt war nicht nur wegen der Kriegs-
vefahr (Verteidigung) mauerumschlossen und daher auf kleinem
Raum zusammengedrängt. Sie war auch wegen der schlechten Ver-
zehrswege und -mittel nur in bescheidenem Ausmasse möglich (Klein-
heit der Städte bis zur Eisenbahnära, im klass. Altertum fast nur
Jeehandelsstädte und Grossgarnisonen bezw. Hauptresidenten grosser
Zeiche „grössere Städte”),

Die moderne Grosstadt ist längst zur Sanierung ihrer „Altstadt”
rzezwungen und die Auseinandersetzung der Grosstadtpolitik mit
Zaum der Markung, Licht, Luft, Park usw. bereits eingeleitet.

Das Problem der sogenannten Auflockerung der Grossstadt ist
Jurch die Citybildungen Industriegelände, Verlegung von lästigen
Anlagen an die Periferie, Wohnviertel, Villenquartiere usw. längst
m Gang mit täglichen Massenpendelbewegungen.

Jas Verkehrssystem, d.h. das Ineinanderwirken von allen
Schnellbeförderungsanstalten durch Tarife und Uebergangsbillete
(Transferkarten) ist in Bildung begriffen und fand zunächst durch
Rieseneingemeindungen und Zusammenfassungen von verkehrsge-
‚egenen. Vororten usw. eine Lösung.

Mit der Brennendwerdung der sogenannten Wohnungsfrage erhält
Jie Pendelwanderung ein etwas anderes praktisches Gesicht. Es
fragt sich, w o die Wohnungen erstellt werden sollen und am zweck:
nässigsten liegen können. Die Frage des Geländes und der Ge-
samtwohnanlagen beginnt gegenüber dem KEinzelbau und der
Wahl des Areals in unmittelbarer Umgebung brennend zu werden.
Die Symbiose der Wohnorte mit Pendlern und der Arbeitsorte mit
Pendlern ist für beide Teile, wie auch für die ganze Erwerbsbevöl-
verung einer Gegend von entscheidender Bedeutung. Kine Berufs-
statistik solcher Gegenden ohne Ersichtlichmachung der Pendler und
Nichtpendler ist unverständlich.

|?

1. Trotz der grossen Bedeutung der Pendelwanderung für die Volks-
wirtschaft, die Sozialpolitik, das Verkehrswesen und besonders für die
yrosstädtische Wohnungpolitik ist die statistische Ermittlung dieser
Wanderbewegung noch selten anzutreffen. Arbeiten für ein ganzes Land
liegen — soweit uns bekantt — nur in Württemberg und in der Schweiz
vor. Was sonst noch vorhanden ist, sind lokale Untersuchungen für ein-
zelne Grosstädte und Industriegebiete.

AN diese Versuche sind. wie an einzelnen Beispielen zu zeigen ist,
        <pb n="7" />
        vom Ideal einer Pendelwanderungsstatistik mehr oder minder weit ent-
fernt,. Die Grundlage müsste die Auszählung der Pendlernach
lem Wohnort wie auch nach dem Arbeitsort bilden, denn
nur mit Hilfe dieser Doppelauszählung lassen sich die eigentlichen Pro-
hleme der modernen Pendelbewegung zahlenmässig beleuchten. Voran
steht hier die Frage der personellen Verflechtung einer Grosstadt, eines
industriellen Arbeitsortes oder auch eines ganzen Industriegebietes mit
seinem näheren und ferneren Hinterland. Die Auszählung von beiden
Gesichtspunkten aus vermittelt ein Bild, inwieweit. jede einzelne Ge-
neinde durch den Mehrempfang oder die Mehrabgabe von Arbeits-
kräften als Arbeitsort oder als Wohnort in Betracht kommt. Mit den
Ergebnissen dieser Auszählungen lässt sich bequem für jeden Arbeits-
rt das sogenannte Pendler-Einzugsgebiet, d.h. der geogra-
phische Raum bilden, aus dem er seinen Pendlerbedarf deckt. Die Form
Jlieses Raumes wird selten eine Art „Ring” oder sonst ein Gebilde kreis-
förmiger Natur sein, denn bei der Pendelwanderung bemessen sich die
Entfernungen weder nach Luftlinien noch nach Wegstrecken, sondern
nach der günstigsten und billigsten Verkehrsgelegenheit. Die Wohnorte
der Grosstadt- und Industriependler liegen hautsächlich am den strah-
lenförmig nach allen Seiten hin auszweigenden Eisenbahnen, Strassen-
bahnen, Automobil- und Ausfallstrassen. Das Einzugsgebiet ist demnach
in der Regel ein sternförmiges Gebilde, dessen Auszackungen den wich-
;jigeren Verkehrslinien folgen. Die Grösse der einzelnen Auszackung ist
Jabei ganz wesentlich von der Gestaltung der Fahrpläne, der Fahrzeiten
und der Beförderungskosten beeinflusst.

In ähnlicher Weise lässt sich beim Wohnort das Pendler-Aus-
strahlungsgebiet festlegen, d.h. der geographische Raum um-
yrenzen, in den ein Wohnort seine Pendler abgibt. Dieser Raum ist meist
viel kleiner, weil der Wohnort den Grossteil seiner Pendler in der Regel
aur an einen oder nur an verhältnismässig wenige benachbarte Arbeits-
orte schickt, während beim Arbeitsort die Pendler mehr oder minder
von allen Seiten zusammenströmen. Das Fernpendeln einer grösseren
Arbeiterzahl und das Pendeln nach verschiedenen Richtungen findet nur
bei Wohngemeinden statt, die — wenn man sich so ausdrücken darf — auf
der Pendelscheide zwischen mehreren Arbeitsorten als Anziehungs-
brennpunkten liegen.

Die Auszählung nach dem Wohn- und Arbeitsort enthüllt die per-
sonelle Verbundenheit der Abgabe- und der Empfangsgemeinden und
&gt;ffenbart die ganze Vielgestaltigkeit des heutigen Personenverkehrs-
problems. Da diese personelle Verbundenheit sich auf zahlreichen Ge-
bieten, so auf dem. Gebiet des Wohnungswesens, des Steuerwesens, der
Lebensmittelversorgung u. a. auswirkt, ist die Kenntnis des Umfangs
der Pendelbewegung für die Verwaltungen der Wohn- und Arbeitsorte
von hervorragender Bedeutung, sie spielt hesonders gegenüber den Nach-
        <pb n="8" />
        vargemeinden grösserer Städte in Fragen der Eingemeindungspolitik
eine namhafte Rolle. Dass die Ergebnisse angesichts der grossen Be-
deutung des Verkehrswesens für die Pendelwanderung viel zur zweckent-
sprechenden Orientierung der Verkehrspolitik beitragen können, braucht
kaum, besonders herausgehoben zu werden.

Mit der Ermittlung der Pendlerzahlen als solche kann sich die Sta-
tistik nicht begnügen. Für die Zwecke der Verkehrspolitik ist es er-
wünscht, auch die Benützung der einzelnen Verkehrsmit-
tel durch die Pendler festzustelllen; der Wohnungspolitik ist weiter
noch mit der Auszählung des Familienstandes der Pendler
und mit der Heraushebung der verheirateten Pendler und deren Kinder-
zahl gedient; sozial- und wirtschaftspolitisch bedeutsam wäre schliess-
lich die Ausgliederung der Pendler nach dem Geschlecht, die Aus-
zählung nach Berufund Stellung im Beruf und die Frage nach
der Ursache des Pendelns, insbesondere darüber, inwieweit der
Besitz eines kleinen landwirtschaftlichen Betriebes oder eines eigenen
Hauses das Wandern auslöst.

Diese allgemeine Pendlerstatistik, welche die Pendelwanderung nur
soweit berücksichtigt als sie zwischen zwei verschiedenen Gemeinden
stattfindet, müsste noch durch die Ermittlung der innmerörtlichen
Pendelwanderung (Binnen-Pendelwanderung) ergänzt werden,
lenn bei der meist sehr erheblichen Ausdehnung grosstädtischer Weich-
bilder durch fortgesetzte Eingemeindungen liegen hier Wohnstätte und
Arbeitsstätte häufig viel weiter auseinander als bei zwei verschiedenen
anmittelbar angrenzenden Gemeinden. Ohne diese Sonderauszählung
geht die Pendelwanderung von den Vororten in den Stadtkern und von
Vorort zu Vorort für die Statistik verloren, obwohl gerade hier die
Wanderung nicht selten ein riesiges Ausmass hat. Ihre Ergebnisse sind
ınter Umständen für die einzelne Grosstadt von höherer Bedeutung
wie die der allgemeinen Statistik, weil sie unmittelbar den engeren
'okalen Bedürfnissen, der eigentlichen grosstädtischen Wohnungshbau-
’olitik, den grosstädtischen Verkehrswesen und seiner zweckmässigsten
Ausgestaltung Rechnung tragen.

2. Wie kommt die Pendlerststatistik am besten zu ihren Zahlen? Die
wichtigste Grundlage bildet die Volkszählung oder auch die Be-
rufszählung, denn nur eine Erhebung, welche die Gesamtbevölkerung
amfasst, kann die Pendelbewegung in ihrer ganzen Ausdehnung fest-
legen. Die bisher in Deutschland und in der Schweiz von der amtlichen
Statistik gelieferten Pendlernachweisungen sind deshalb auch an Hand
von besonderen Fragen über den Wohn- und Arbeitsort in den Erhe-
yungspapieren der Volks- bezw. Berufszählungen gewonnen worden.

In Deutschland wurde der Anfang bei der Volkszählung von
1900 gemacht. Dieser Anfang war freilich sehr bescheiden, denn der
Bundesrat schrieb wohl die Fragen nach Wohnort und Arbeitsort für
        <pb n="9" />
        das ganze Reich vor, überliess jedoch Art und Mass der MS den er)
Bundesstaaten. Während verschiedene Staaten ganz auf die iBep rb56H107 hek &amp;
ung verzichteten, folgten andere einer weiteren Anregung des \Bendes- SS
rates und beschränkten sie auf die Grosstädte und einzelne Industpie- SE
gebiete. Nur Württemberg entschloss sich, alle Fälle zu bearbeiten,/“:| * XL
bei welchen Wohnort und Arbeitsort. als in verschiedenen Gemeinden‘
gelegen angegeben waren. Hierzu gab die Ueberlegung den Anstoss, dass
man nicht zum voraus beurteilen könne, wie die Dinge in den einzelnen
„Industriebezirken” liegen, und dass ein Ueberblick über das ganze Land
unter Umständen sicherer blieken lasse als eine vor Erkundung des
Tatbestandes getroffene Auswahl.

Die von Württemberg gewählte Fragestellung in der Haushaltungs-
liste war folgende:

Gemeinde, in welcher der
Wohnort (bei verheirateten Per-
sonen der Familienwohnsitz) liegt
(für ausserhalb Württembergs
Wohnende auch der Staat, Pro-
7inz).

Gemeinde, in welcher der Beruf
(die Erwerbstätigkeit) zurzeit aus-
zeübt wird oder zuletzt ausgeübt
wurde (Arbeitsort) (für ausser-
halb Württembergs Arbeitende
auch der Staat, Provinz).

Die Bearbeitung stellte die Zahl der Pendler-Wohnorte und der
Pendler-Arbeitsorte fest und zählte die Pendler selbst nach dem Wohn-
ort, wie nach dem Arbeitsort aus. Berücksichtigt wurde ferner das Ge-
schlecht und bei den Pendlern der Grosstadt Stuttgart auch der Beruf
‘innerhalb der Berufsabteilungen) und die Stellung im Beruf. 1)

Im Gegensatz zu Württemberg beschränkte Preussen die Bear-
beitung der Pendelwanderung auf die Grosstädte und auf die Industrie-
bezirke von Bielefeld, Beuthen in Oberschlesien, Bochum, Duisburg,
Gleiwitz, Königshütte in Oberschlesien und Remscheid. Inhaltlich ging
die preussische Statistik aber über die Württembergische hinaus, weil
sie neben dem Geschlecht die über 14 Jahre alten ledigen Personen‘ be-
sonders auszählte, die Gliederung nach Beruf und Stellung im Beruf
innerhalb der Berufsgruppen allgemein durchführte und ausserdem den
wirtschaftlichen Bannkreis der Pendelbewegung der einzelnen Städte
and Industriebezirke sowie die Entfernung zwischen Arbeitsort und
Wohnort nach Kilometerringen festlerte. 2)

1) Vgl. Meine Arbeit, Die Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1900
‘ür das Königreich Württemberg. Württ. Jahrbücher für Statistik und Landes-
xunde 1902 S. 45 £f.

2) Vgl. Arbeitsort und Wohnort der Bevölkerung in den Grosstädten und
;inigen Industriebezirken Preussens am 1. Dezembr 1900. Bearbeitet von Dr. M.
Broesike Zeitschrift des Preuss. Stat, Landesamts 1904 S. 1 ff.
        <pb n="10" />
        Bei der Bildung der wirtschaftlichen Bannkreises bezw. der Arbeits-
ınd Wohnringe der einzelnen Städte und Industriebezirke wurde unter-
schieden zwischen:

i. Eingemeindungsgemeinden (bezw. Vororte), d.h. Gemeinden, die
in unmittelbarer Nachbarschaft der Grosstadt gelegen sind und in
absehbarer, Zeit zur Eingemeindung kommen können;

2. Umgebungsgemeinden, d.h. Gemeinden, die in grösserer oder
geringerer Entfernung von einem industriellen Mittelpunkte gelegen
sind, aber für die unmittelbare Vereinigung mit diesem Mittelpunkte in
absehbarer Zeit nicht in Frage kommen;

3. Kisenbahngemeinden, d.h. Gemeinden, die bisweilen beträchtlich
weiter abliegen, aber infolge der guten Eisenbahnverbindungen und
sonstiger. Verkehrsgelegenheit erhebliche wirtschaftliche Beziehungen
zu ihrem industriellen Mittelpunkte haben.

Diese etwas gewaltsame Dreiteilung verursachte der Bearbeitung
grosse Schwierigkeiten, sodass man zur Ueberzeugung kam, sie künftig
fortfallen zu lassen und durch Kilometerringe zu ersetzen, in welchen
lie einzelnen in Betracht kommenden Gemeinden für jeden Mittelpunkt
zenntlich gemacht werden. Besonders bedauert wurde nachträglich auch,
lass man von der Auszählung der verheirateten Personen abgesehen
hatte, denn diese Auszählung sei sozialpolitisch von grosser Wichtig-
zeit, da sich hierdurch vielleicht mancher Rückschluss auf die Lockerung
les Arbeiter-Familienlebens ziehen liesse. 1)

Als dritte Form der Bearbeitung sei noch kurz die Pendlerstatistik
arwähnt, die von dem Freistaat Hamburg im Anschluss an die Volks-
zählung von 1900 aufgezogen wurde. Hier legte man von vornherein
Jlarauf Gewicht, den Grad der Citybildung festzustellen, d.h. zu ermit-
‘eln, inwieweit bereits im Stadtzentrum die früheren Wohnhäuser zu
"einen Geschäftshäusern geworden sind und in welchem ziffermässigen
Verhältnis sich in den einzelnen Stadtteilen die Tag- und Nachtbevöl-
zerung gegenüberstehe. Zu diesem Zwecke wurde die Frage nach dem
Arbeitsort für die Bewohner Hamburgs dahin erweitert, dass die Arbeits-
stelle genau nach Strasse und Hausnummer bezeichnet werden musste.
Im Gegensatz zu Württemberg und Preussen wurde demnach in Ham-
burg — wenigstens soweit die Stadt Hamburg in Frage kommt — die
Pendlerstatistik als innerörtliche Statistik durchgeführt. Die
Auszählung berücksichtigte auch hier Geschlecht, Beruf und Stellung im
Beruf; hinsichtlich des Familienstandes beschränkte man sich darauf,
lie Zahl der Verheirateten einschliesslich der Verwitweten und Ge-
schiedenen herauszuarbeiten. 2?)

Die Anszählung umfasste in dem einen wie im anderen Falle die

1) Vgl. a.a.0. 8. 18.
3) Vel. Statistik des Hamburgischen Staates Heft XXI, Erste Hälfte S. 87 ff.
        <pb n="11" />
        Gesamtzahl der in einer bestimmten Stadt oder im einem bestimmten
Bezirke wohnenden und arbeitenden Pendler und dabei im besonderen
auch die Wanderung über die Grenzen der Bundesstaa-
ten hinweg, denn bei der Vorbereitung der Volkszählung hatten sich
die statistischen Zentralstellen der Bundesstaaten verpflichtet, Abschrif-
ten von Zählkarten bezw. Haushaltungslisten derjenigen Personen, die
in einem anderen Heimatstaate arbeiteten bezw. wohnten, untereinander
auszutauschen.

Die Ergebnisse dieser Auszählungen offenbarten einen überraschen-
den Umfang der Pendelwanderung. In Württemberg wurden rund 60 000
Pendler ermittelt, in den 22 preussischen Grosstädten und in den oben
genannten Industriebezirken 278 000 und in Hamburg (ohne innerörtliche
Wanderung) rund 30 000.

Diese Ergebnisse bestimmten Württemberg und Hamburg, die Pend-
lerstatistik bei der Volkszählung von 1910 zu wiederholen. Von Reichs
wegen wurde mit Rücksicht auf dringende andere Fragestellungen bei
dieser Zählung davon abgesehen, die Befragung der Bevölkerung nach
dem Wohn- und Arbeitsort vorzuschreiben oder zu empfehlen. Dies
brachte für Württemberg und Hamburg den Nachteil, dass der Pendler-
verkehr über die Landesgrenze hinweg nur soweit erfasst werden konnte
als die Pendler auf württembergischem bezw. hamburgischem Gebiet
selbst noch wohnten, dagegen musste auf die in Württemberg bezw.
Hamburg arbeitenden, aber in einem benachbarten Bundesstaat wohnen-
den Personen verzichtet werden.

Die Bearbeitung fand in beiden Bundesstaaten nach ähnlichen Ge-
sichtspunkten statt wie 1900, d.h. Württemberg zählte wiederum nach
Wohn- und Arbeitsorten aus !) und Hamburg berücksichtigte neuerdings
aingehend die Pendelbewegung zwischen den verschiedenen Stadtteilen.
Da indes bei Hamburg das Pendeln über die nahe preussische Grenze
einen grossen Umfang hat, in Preussen aber die beiden Pendlerfragen
bei der Volkszählung von 1910 nicht gestellt worden waren, musste die
Bearbeitung in der Hauptsache einseitig auf der hamburgischen Wohn-
bevölkerung aufgebaut werden. ?)

Die neuen Ergebnisse liessen eine starke Zunahme der Pendelwarn-
derung erkennen; in Württemberg betrug die Zahl der Pendler nach der
Wohnort-Auszählung am 1. Dezember 1910: 88 000. ;

Auch die Schweiz benützte die Volkszählung vom 1. Dezember
190 zu einer ersten Pendlerstatistik. Die Spezialfrage lautete hier:

1) Vgl. Meine Arbeit, Die Volkszählung vom 1. Dezember 1910. Württ, Jahr-
)Jücher für Statistik und Landeskunde 1912 S. 175 ff.

2) Vgl. Statistik des Hamburgischen Staates, Heft XXX, Wohnort und Ar-
jeitsstätte der erwerbstätigen hamburgischen Wohnbevölkerung nach der Volks-
zählung vom 1. Dezember 1910.
        <pb n="12" />
        ‚Wenn die Wohn gemeinde nicht zugleich die Arbeits gemeinde ist,
wo wird der Beruf oder die Beschäftigung regelmässig ausgeübt? Ge-
meinde......”

Die Bearbeitung geschah auch hier auf der Grundlage des Wohnortes
wie des Arbeitsortes. Inhaltlich unterscheidet sie sich von der deutschen
Pendlerstatistik, dass besonderes Gewicht auf die Auszählung der Fami-
lienvorstände und deren Familienmitglieder (Total, unter 15 Jahren, ohne
Hauptberuf von 15 und mehr Jahren) gelegt wird. Als Grund dafür wird
angegeben: „Die Trennung von Arbeitsort und Wohnort erhält eine
besondere Bedeutung, wenn sie Familienvorstände betrifft. Durch die
Verlegung ihres Wohnsitzes in eine Gemeinde, deren wirtschaftlicher
Organisation sie nur als Konsumenten angehören, wird nicht bloss der
Wohnungsmarkt beeinflusst, sondern vor allem auch das Schulwesen,
unter Umständen auch das Armenwesen der Wohngemeinde belastet,
während umgekehrt für die Arbeitszentren eine Entlastung eintritt. 1)
Die Auszählung ergab für die ganze Schweiz 155 000 Pendler.

In der Nachkriegszeit hat nur Württemberg die Pendler-
statistik weitergeführt. Die Unterlage lieferte die Volks- und Berufs-
zählung vom 16. Juni 1925 und hier im besonderen für die Feststellung
des Arbeitsortes die Frage nach dem Namen und Ort der Firma, des
Unternehmers, Arbeitgebers, der Behörde oder Dienststelle, in der oder
bei dem der Beruf ausgeübt wurde. Diese Frage war freilich nicht wegen
einer beabsichtigten Pendlerauszählung in die Haushaltungsliste auf-
genommen worden, sondern nur zu dem Zweck, die Berufsangaben damit
zu sichern und zu ergänzen. Von Ausnahmefällen abgesehen unter-
richtete sie aber doch über den Arbeitsort, da andererseits die neue
Zählung im Gegensatz zu den Vorkriegszählungen auf der Wohnbevöl-
kerung aufbaute, enthielt die Haushaltungsliste die notwendigen Unter-
lagen für eine neue Pendlerauszählung. In Württemberg wollte man
sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, zumal die Verbindung mit
einer Berufszählung und einer gewerblichen Betriebszählung für die
besten Vergleichszahlen (hauptberuflich erwerbstätige Bevölkerung, be-
schäftigte Personen usw.) sorgte.

Bei der Bearbeitung wurde diesmal besonderes Gewicht auf die be-
eufliche Gliederung der Pendler gelegt. Im übrigen fand wiederum Ge-
schlecht, Stellung im Beruf, Wohnort und Arbeitsort Berücksichtigung.

1) Vgl. Schweizerische statistische Mitteilungen, 1. Jahrgang 1919, Heft 1,
Wohn- und Arbeitsort der schweizerischen Bevölkerung nach der Volkszählung
vom 1 Dez, 1910, Das vorliegende Heft enthält die Tabellen über „die Bevölkerung
ler Schweiz, der einzelnen Kantone und der einzelnen Gemeinden unterschieden
nach dem Wohn- und Arbeitsort”. Der einleitende Text spricht davon, dass die
berufliche und soziale Struktur der Pendlermassen und die Pendelwanderung
zwischen den grösseren Zentren und ihrer Nachbargemeinden später veröffentlicht
verden soll. Wir konnten diesem Veröffentlichune nicht anuffinden.
        <pb n="13" />
        Die beabsichtigte Auszählung der innerörtlichen Pendelwanderung der
Grosstadt Stuttgart musste dagegen unterbleiben, weil die Adressen-
angabe bei der oben genannten Frage nicht in allen Fällen zur Fest-
legung der Arbeitsstätte genügten.

Die Veröffentlichung der neuen Ergebnisse pflegt vor allem den
Vergleich mit den früheren Pendlerauszählungen und den Daten der
gleichzeitig durchgeführten Berufs- und Betriebszählung. Dieser Ver-
gleich kennzeichnete erst die wirkliche Bedeutung der Pendelwanderung;
er konnte nachweisen, dass der 10. Teil der erwerbstätigen Bevölkerung
Württembergs nicht am Wohnort arbeitet und dass von den industriellen
Erwerbstätigen sogar der 4. Teil pendelt. Daneben wird der geographi-
schen Seite der Pendlerbewegung viel Beachtung geschenkt, indem die
Wanderung im einzelnen nach wirtschaftsgeographischen Gesichtspunk-
ten zur Darstellung gelangt und für eine Reihe wichtiger Pendler-Ar-
beitsorte die Pendler-Einzugsgebiete ermittelt und kartographisch ver-
anschaulicht werden. 1)

Ausser Württemberg hat auch Baden die Volks- und Berufszählung
von 1925 zum Anlass einer Pendlerstatistik genommen. Diese badische
Auszählung beschränkt sich indes auf die Feststellung der pendelnden
Industriearbeiter und unterlässt es, selbst innerhalb dieses engeren
Rahmens irgendwelche persönliche Merkmale der Pendler (wie Ge-
schlecht, Beruf usw.) herauszuarbeiten. 2?)

Keiner der vorgenannten Versuche einer Pendlerstatistik berück-
sichtigt als einzelner sämtliche erwünschten Momente dieser Statistik.
Es fehlt vielfach die Ausgliederung der Pendler nach dem Familien-
stand und es fehlt ganz die Auskunft über die Art der benützten Ver-
kehrsmittel und die Ursache des Pendelns. Das Erhebungspapier (Haus-
haltungsliste) der Volks- und Berufszählung bietet zweifelsohne die
technische Möglichkeit, nach diesen Momenten zu fragen, Inwieweit
darüber aber tatsächlich brauchbare Antworten eingehen, muss dahin-
gestellt bleiben, zumal die Haushaltungslisten in Deutschland wie auch
in anderen Ländern meist schon mit wichtigeren Fragen anderer Art
überladen sind.

Man hat darum schon wiederholt versucht, neben der Volks- und
Berufszählung noch andere Wege zu finden, die zu einer Pendler-
statistik führen könnten. Der wichtigste davon ist die Eisenbahn-
statistik, soweit sie im besonderen den Personenverkehr auf Grund
von Arbeiterfahrkarten nachweist. Es liegen verschiedene Arheiten vor,

1) Vgl. den Aufsatz „Die Pendelwanderung in Württemberg” in den Württ,
Jahrbüchern für Statistik und Landeskunde, Jahrgang 1929.

2) Vgl. „Badische Gemeindestatistik”, Karlsruhe 1927 und „Wohnungszählung
und Wohnungsbau in Baden”, Karlsruhe 1928 S. 199 ff. Reide bearbeitet vom Bad.
Statistischen Landesamt.
        <pb n="14" />
        die diese Nachweise zur Darstellung der Pendelwanderung benützen. 3)
In neuerer Zeit verliert dieser Weg mehr und mehr an Bedeutung, weil
mit dem Siegeszug des Kraftwagens und dem Ausbau der grosstäd-
sischen Strassenbahnen die Eisenbahn als Pendler-Verkehrsmittel dau-
arnd an Bedeutung einbüsst.

Ein dritter mit praktischen Beispielen belegter Weg ist die s tat is-
tische Monographie, d.h. die Untersuchung der Pendelbewegung
in einzelnen kleineren Wirtschaftsgebieten oder auch bei einzelnen be-
deutenden Unternehmungen. *) Die Materialunterlagen bilden hier in
der Regel spezielle Rundfragen bei den Arbeitgebern bezw. Arbeit-
nehmern eines bestimmten Industrieortes oder Wirtschaftsgebietes oder,
soweit die Untersuchung von der Leitung eines Unternehmens selbst
ausgeht, die Akten dieses Unternehmens. Hier kann natürlich die Frage-
stellung und die Bearbeitung mehr oder minder nach Belieben ausge-
dehnt werden. Das Ergebnis bleibt aber immer ein lokales, während von
der amtlichen Statistik eines Landes doch in erster Linie umfassendes
Zahlenmaterial verlangt wird, das sich im volkswirtschaftliehen Inte-
resse auswerten lässt. Hierzu steht jedoch vorerst kein besseres Mittel
als die Volks- bezw. Berufszählung zur Verfügung, Damit kann, selbst
wenn von den Fragen nach den Verkehrsmitteln und den Ursachen ab-
yesehen wird, wertvolles Untersuchungsmaterial beigebracht werden.
II.

Angesichts der steigenden volkswirtschaftlichen Bedeutung der
Pendelwanderung, die in Deutschland neuerdings dadurch gewürdigt
wird, dass im Zusammenhang mit der für 1931 geplanten Volks- und
Berufszählung diese Wanderung wiederum allgemein erfragt und für
die Grosstädte und wichtigen Industriegebiete ausgezählt wird, möge
das Internationale Statistische Institut durch eine Rundfrage des
Internationalen Statistischen Amts im Haag oder durch
eine besondere Kommission feststellen, ob ausser der Schweiz und

3) Vgl. Zeitschrift des Bayerischen Statistischen Landesamts 1909, „KEisen-
jahnwanderungen zwischen Wohn- und Arbeitsort im rechtsrheinischen Bayern
während des Jahres 1907” und Heft 93 der Beiträge zur Statistik Bayerns, „Bahn-
wanderungen der pfälzischen Arbeiter zwischen Wohn- und Arbeitsort”. Mün-
hen 1920.

4) Dr. F. E, Wunder, Die Versorgung der Mannheimer Industrie mit aus-
wärts wohnenden Arbeitern, Heidelberg 1914. — Dr. H. Schmid t, Die Arbeiter-
jgendelwanderungen im Regierungsbezirk Merseburg, Halberstadt 1929. — Der
Bosch—Zünder, Jahrgang 1928 S, 206, Beförderung unserer Arbeiter; Jahr-
zang 1929 S, 35, Wo wohnen die Arbeiter und Angestellten der Robert Bosch A.@.
Stuttgart und Feuerhach?
        <pb n="15" />
        ausser Deutschland auch noch andere Staaten die Statistik der Pendel-
wanderung pflegen. Im einzelnen sollte dabei ermittelt werden:

ı Wo und wann wurde die Pendelwanderung statistisch untersucht?

2. Wer führte diese Untersuchung dürch, das staatliche statistische
Zentralamt oder die städtische Statistik (Statistische Aemter der Gross-
städte)?

3. Bei welcher Gelegenheit wurde das Erhebungsmaterial eingeholt;
wurde dazu die Volkszählung (der Census) benutzt oder wurde die Ver-
kehrsstatistik (Eisenbahnstatistik, Statistik der Kraftfahrlinien usw.)
ausgewertet? Hat vielleicht eine besondere Zählung der Pendler statt-
gefunden?

4. Welche Fragestellung wurde hierbei gewählt bezw. welches Erhe-
bungspapier wurde verwendet?

5. Umfasste die Erhebung das ganze Land oder nur einzelne wichti-
zere Städte und Industriebezirke? Wurde das Material. für das ganze
Land wie in der Schweiz und in Württemberg oder nur für einzelne
wichtigere Städte und Industriebezirke wie in Preussen bei der Volks-
zählung von 1900 ausgezählt? .

6. Wurde irgendwo für einzelne Grosstädte auch die innerörtliche
Pendelwanderung ermittelt, wie dies wiederholt in Hamburg gesche-
hen ist?

7. Nach welchen Gesichtspunkten wurde das Material aufbereitet
und ausgewertet? Wurde nach Wohn- und Arbeitsort ausgezählt, wurden
Entfernungszonen gebildet? Welche persönlichen Eigenschaften fanden
im einzelnen - Berücksichtigung, Geschlecht, Beruf, soziale Stellung,
Familienstand usw.?

8. Welche besonderen Umstände gaben die Veranlassung zur statis-
tischen Ermittlung der Pendelwanderung?

9. Wo sind die Ergebnisse veröffentlicht?
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        RESUME FRANCAIS.

LA STATISTIQUE DE LA DEMI-MIGRATION.
Communication par le Prof, Dr. H. J. Losch,
President de l’Office de Statistique de Wurtemberg.

L’oseillation migratoire ou la demi-migration comprend toutes les
personnes exercant leur profession regulierement et non pas par
&gt;xception hors de leur domieile (commune).

Par difference ä la migration interieure, qui est un changement total
le domiecile, loseillation migratoire peut &amp;tre consideree le mieux
2omme une demi-migration.

Tandis que recemment les questions de lemigration et de Vimmigration
ainsique celle des migrations interieures ont 6t6 traitees ä plusieurs
reprises, on sS’est peu occupe de Vloseillation migratoire.

Non seulement Vlosecillation migratoire d’un pays ä un autre est d’une
grande importance, mais surtout celle &amp; linterieur d’un pays. Elle a
liminue la migration interieure et elle est une accomodation nouvelle
at moderne.

L’importanee pratique de loseillation migratoire resulte de la ques-
tion du domieile du contribuable respectivement de la compensation
les taxes.

[/oseillation migratoire est en grande partie — p.e. en Wurtem-
Jerg — un resultat des moyens modernes de communication (chemin
le fer, bieyelette, tramway, motoeyclette), Il en resulte un rayon
fort etendu.

La ville du Moyen Age etait environnee de murailles et par cons6e-
Juent serree dans un petit espace. Il ui etait impossible de s’etendre
plus spacieusement ä cause des mauvaises voies et des mauvais
noyens de communication (Les villes etaient de peu d’&amp;tendue jusau’a
’Epoque des chemins de fer).

ua grande ville moderne est depuis longtemps forege d’assainir son
ancienne cite et les problemes de la politique d’une grande ville avec
la J}umiere, V’air, les pares, l’6largissement des bornes, ete. ont 6t6
erees.

Le probleme de la soi-disant decentralisation de la grande ville mo-
lerne a commence depuis longtemps Aa se resoudre, avec des oscilla-
:jons journalieres, par la formation d’une „eity”, de quartiers in-
Justriels, par la dislocation des oeuvres non hygieniques A la peri-
oherie et par la formation de diverses quartiers de domieiles zradu6s.

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        0. Le systeme de communication, c’est ä dire la cooperation de toutes
institutions ayant comme but le transport rapide moyennant des
tarifs et des billets de transfer, est compris dans cette 6volution et
trouve sa solution dans la formation de communes gigantesques et
dans la combinaison de faubourgs situes favorablement pour la com-
munication.

L’oseillation migratoire prend un autre aspeet pratique par la ques-
tion. brülante du probleme d’habitation, la question de savoir oü les
(ogements doivents &amp;tre bätis et situes le plus efficacement. Surtout
ia question du terrain de l’habitation collective par opposition ä la
sonstruetion incoherente des bätiments devient urgente.

La symbiose du domieile et du lieu du travail combines par demi-
migration est pour les communes, ainsi que pour toute la population
active d’une region un sujet de grande importance. Une statistique
des professions des habitants de ces regions, sans tenir compte de la
demi-miegration. est ineomvprehensible et Dar consequent sans valeur.

Questionnaire.,

l. Od et quand la demi-migration a-t-elle &amp;t&amp; examinee du point de
vue statistique?

2. Qui s’est occupe de la statistique de l’oseillation migratoire? L/’office
gentral de statistique ou la statistique communale?

3. A quelle oceasion les renseignements ont-ils 6te obtenus? Le recen-
sement de la population a-t-il 6te utilise dans ce but ou bien la
statistique des moyens de communication? L’oseillation migratoire
a-t-elle 6te le sujet d’une enquöte speciale?

Le questionnaire utilis&amp; comment fut-il redige?

Le pays entier a-t-il 6t6 examine, ou bien les recherches n’ont-elles
compris que quelques grandes villes et auelaues regions industrielles
importantes?

LWoseillation migratoire qui a lieu &amp; Vinterieur d’une grande ville,
a-t-elle 6t6 examin6e comme on Va fait &amp; plusieurs reprises ä Ham-
bourg?

Quels points de vue ont 6t6 suivis? Le materiel a-t-il ete depouille
Tapres les communes de sejour habituel et d’apres les communes du
travail quotidien? Des zones de distance ont-elles 6t6 distinguges?
Quelles qualit&amp;s personnelles ont 6t6 traitees separement? sexe?
profession? position sociale? Etat eivil?

Quelles sont les eireonstanees partieulieres qui ont donne lieu ä
dresser une statistique de la demi-migration?

9. Les resnltate atı sont-ils vuhlies?
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onstruetion incoherente des bätiments devient urgente,

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ye statistique? x
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