Vorwort zur neunten Auflage.

Seit Erscheinen der 6. Auflage sind knapp 7 Jahre vergangen. Welche
Fülle von Veränderungen auf dem Gebiete des Bankwesens hinsichtlich
der Technik, der Gesetze und Gebräuche sind aber in dieser kurzen Zeit
arfolgt! Die Rationalisierung und Mechanisierung ist weiter fortgeschritten,
 und großmögliche Sicherheit des Betriebes wird durch automatische
 Kontrollen und andere Maßnahmen zu erreichen gesucht. So
manche Forderung, die Theorie und Praxis in betriebswirtschaftlicher
Beziehung gestellt haben, ist erfüllt worden; vielerlei harrt aber noch der
Erledigung. Schwierige Probleme sind insbesondere auch auf dem Gebiete
 des Kreditwesens zu lösen. Bank- und Finanzierungsfragen sind
heute nicht mehr allein die Domäne der im Bankbetriebe Tätigen, diese
Fragen sind vielmehr für weiteste Kreise von größter Bedeutung.

Die Anfertigung des alphabetischen Sachregisters erfolgte durch meinen
Assistenten, Herrn Dipl.-Volkswirt Dr. Erich Ertel, der mich auch
beim Korrekturlesen in dankenswerter Weise unterstützt hat.

Möge das Buch, das eine völlige Umarbeitung erfahren hat,
auch in seiner neuen Auflage dazu beitragen, daß recht viele sich mit den
Fragen des Bankwesens beschäftigen! Denn ewig wird Geltung haben das
Wort von Bagehot: „If we wish to work safely, we must study our banking
system.“ Ein gut funktionierendes Kredit- und Bankwesen ist gerade für
das verarmte Deutschland, das billig produzieren muß, damit es exportieren
 kann, von allergrößter Bedeutung.

BRESLAU, im September 1929.

GEORG OBST.

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