des Handels mit ihren Ländern erstreckte. Gewisse Bedeutung hatte ferner
 die Berliner Niederlassung der Societe Frangcaise de Banque et de
Döpots in Paris, die sich, insbesondere durch Ausleihen von Geldern zu
relativ niedrigem Zinsfuß, eine größere Bank-Klientel zu schaffen gewußt
 hatte. Russische Banken besaßen in Posen und Königsberg, dänische
Banken in Schleswig-Holstein Filialen.
Nach dem Kriege erfolgte eine Invasion ausländischer Banken, die aus
der Inflation Vorteile zu ziehen suchten. Die besetzten Gebiete, in denen die
deutschen Landesgesetze bis März 1921 nicht Geltung hatten, wurden zum
Dorado der Spekulation in Valuten und Effekten. Französische, belgische
und englische Banken, die hier Filialen errichtet hatten, zunächst zwecks
Regelung des Zahlungsverkehrs für ihre Truppen und Beamte, suchten
hieraus Nutzen zu ziehen!), Das Devisengeschäft war lange Zeit das
hauptsächliche Tätigkeitsgebiet dieser Banken; im Lauf der Zeit hat sich
dann ein reguläres Bankgeschäft in allen seinen Zweigen herausgebildet.
Diese Auslandsfilialen 2) trieben Geschäfte:
1. mit eigenen Niederlassungen,
2. mit fremden (ausländischen und deutschen) Banken,
3. mit der Kundschaft; bei englischen Bankniederlassungen z. B.
a) englischem Militär,
b) englischer Zivilkundschaft,
ec) vorübergehender Reisekundschaft,
d) deutscher Kundschaft.
Heute ist der größte Teil der im besetzten Gebiet errichteten ausländischen
 Bankniederlassungen wieder verschwunden, ebenso wie auch die
Mehrzahl der an anderen deutschen Plätzen errichteten Auslandsbanken.
Über die deutschen Banken im Auslande wird im IT, Bande,
im Anschluß an die gegenwärtigen und zukünftigen Aufgaben der deutschen
 Kreditbanken, zu sprechen sein.

Analog der bereits gegebenen Definition „Bank“ nenne ich „Bankier“
eine Person, deren geschäftliche Tätigkeit in Form
des selbständigen Gewerbes ausschließlich darauf

HS. Fritz Benfey, Die neuere Entwieklung des deutschen Auslandsbankwesens
 1914—1925, unter Berücksichtigung der ausländischen Bankstützpunkte in
Deutschland. Berlin 1925.

2) S. Hermann van der Upwich, Die englischen Großbankfilialen in
Deutschland, Aufgabe und Betriebseinrichtungen. Berlin 1928.

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