A.G.), vereinigt, die Eigentum des Reichs ist (Aktienkapital jetzt 160 Millionen
 RM).
Das Kapital der Reichs-Kredit-Gesellschaft beträgt 40, ihr Reservefonds
10 Millionen RM, Fürs Jahr 1928 wurden 8% Dividende gezahlt. Die
Gesellschaft ist ein interessantes Beispiel privater Bankbetätigung des
Reichs, Sie betreibt Bankgeschäfte verschiedenster Art fürs Reich und
für Private. Provinzbanken arbeiten auch deswegen gern mit ihr, weil
sie ihnen an ihrem Sitze keine Konkurrenz macht. Im Aufsichtsrat sind
mehrere Reichsstellen vertreten, die dadurch laufend über alle Kreditgeschäfte
 unterrichtet sind und Einsicht in die wirtschaftlichen Verhältnisse
 vieler Betriebe gewinnen.

2. Die Deutsche Verkehrs-Kredit-Bank A.G.

Die Deutsche Verkehrs-Kredit-Bank wurde 19283 ins Leben gerufen,
um das Frachtstundungsverfahren im Eisenbahngüterverkehr durchzuführen.
 Die Bank übernahm der Reichsverwaltung gegenüber für die
gestundeten Beträge die Haftung. Im Herbst 1924 erwarb die Deutsche
Reichsbahn-Gesellschaft 51% des Aktienkapitals, und gegenwärtig besitzt
 sie etwa 75 % des 4 Millionen RM betragenden Grundkapitals; der
Rest befindet sich zum Teil in Händen der Kali-Industrie, die an der
Gründung der Bank beteiligt war, zum Teil im Besitz von Banken.
Die ursprüngliche Tätigkeit der Bank, Durchführung des Frachtstundungsverfahrens
 im Güterverkehr der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft,
ist zurückgetreten gegenüber ihren anderen Aufgaben: Verwaltung der
Gelder der Reichsbahn, Geldausgleich der Reichsbahnkassen und Besorgung
 der Bankgeschäfte der Reichsbahn-Gesellschaft.
100—200 Millionen RM werden — in der Regel „fest für 1 Monat“ —
an das private Bankgewerbe ausgeliehen. 30—40 Millionen RM finden
Anlage in sog. erweiterten Frachtkrediten; es sind dies Beträge, die zu
gewissen Zeiten bestimmte Industrien (z. B. die Zuckerindustrie währ
rend der Kampagne) von der Verkehrs-Kredit-Bank erhalten. 25—30 Millionen
 RM werden im laufenden Verkehr als Anzahlung auf gemachte
Bestellungen an Lieferanten gegeben. Insgesamt darf die Verkehrs-Kredit-Bank
 bis zu 250 Millionen RM der privaten Wirtschaft zur Verfügung
 stellen; darüber hinaus bei ihr eingehende Gelder überweist sie
auf ihr Konto bei der Reichsbank, die sie dann „im Einvernehmen mit
der Verkehrs-Kredit-Bank“ anlegt. Hinsichtlich der Erfassung der Reichs-14

