Zahlungsmittel nicht kraft ihres metallischen Gehaltes (bzw. ihrer me-‘allischen
 Deckung) den Gelddienst versehen.
Die aus der nominalistischen Auffassung herausgewachsene Chartal-Theorie
 — abgeleitet von charta = Urkunde, Marke 1) — steht auf
dem Standpunkt, daß die modernen Zahlungsmittel vom Staat oder in
dessen Auftrag hergestellte Zahlmarken sind. Das Geld gilt nicht, was der
Stoff wert ist, aus dem es (materiell oder durch Tauschbeziehung) besteht,
sondern „das Geld ist ein Geschöpf der Rechtsordnung“,
and der Staat macht es, unabhängig von seinem inneren Wert, durch
Aufdruck oder Prägung zum Wertzeichen (proklamatorische Geltung).
 Der Staat braucht die zum Geld erhobenen Wertzeichen nicht
selbst auszugeben, sondern er kann (Noten-)Banken konzessionieren und
lese mit der Ausgabe betrauen — daher: banking principle (im Gegen-Satz
 zum currency principle).
„Der Metallismus ist Widerpart des Nominalismus, indem er die
Wesentlichkeit des metallischen Stoffes für die Verrichtung der „Geldfunktionen“
behauptet; Widerpart der Chartal-Theorie, indem er in der staatlichen
mission von Zahlungsmitteln nicht die (konstitutive) Schöpfung des Geldes durch
Jen Staat, sondern nur die (deklaratorische) Beglaubigung des Stückes, als des Träzers
 (und demgemäß des Scheins, als des Vertreters) bestimmter Metallmengen, die
schon als solche Geld sind, erblickt 2).“
Knapp geht in seiner „Staatlichen Theorie des Geldes“ 3) davon aus,
laß die Geldqualität dem betr. Gute vom Staate beigelegt wird. Geld ist
las „chartale Zahlungsmittel“, Ursprünglich entsteht das Geld sozusagen
„Von selbst“, d. h. eine allgemein beliebte Ware wird, halb unbewußt, als
Tauschgut verwendet. Eigentliches Tauschgut wird diese Ware aber erst
dadurch, daß der Staat sie zum allgemeinen Tauschgut, zum „Gelde“ erklärt
 und deren Werteinheit festsetzt. Es herrscht die Auffassung, die
sinzelnen Geldstücke haben ihren eigenen „inneren“ Wert, den der Staat
sanktioniert, und Banknoten und Staatepapiergeld haben einen Wert,
weil sie das Zahlungsversprechen enthalten, daß diese Scheine einmal
zegen Gold oder Silber eingelöst werden. Der Staat aber ist des Geldes
Schöpfer, auch dann, wenn Beauftragte nach den von ihm aufgestellten
Regeln das Geld der Wirtschaft zur Verfügung stellen. Nicht der Bedarf
jes Staates, sondern der Bedarf der Volkswirtschaft bestimmt den Um-Sta3

 i Dußolov.
') Platon nennt im 2. Buch der Politeia Geld ein öpßo . 1921.
2) KarlElster ‚ Die deutsche Not im Lichte der Währungstheorie. Jena
Ss, 5.
3) 3. Aufl. Leipzig 1921.